Von Rudolf Engen

Immer wenn sich eine protokollarisch brisante Situation aufgebaut hat, wird die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA) eingeschaltet, um Schaden von Deutschland abzuwenden. „Genauer gesagt“, erklärt EMMA-Direktionsassist Dr. Günter P. seinen Kollegen bei einer Strategiesitzung, „um Fettnäpfchen wegzuräumen, in die manche Deutsche treten könnten, wenn Königin Elisabeth von England zum Staatsbesuch kommt.“

„Die Bundesbank“, sagt Kollege M., „regt an, bei der Königin ein Verbot der Financial Times zu erwirken.

„Die Bundesbank“, sagt Dr. P., „soll lieber ihre Hausaufgaben machen, um sich in Diskretion zu üben. Präsident und Vizepräsidenten werden fünfzigmal schreiben: Auch wenn ich recht habe, muß ich das nicht jedermann schriftlich unter die Nase reiben!“

„Wir haben“, sagt Kollege L., „Projektvorschläge aus der deutschen Wirtschaft: wie die Königin die Konjunktur in Großbritannien auf Trab bringen könnte. Die Kronjuwelen versetzen, einige ihrer Schlösser zu Touristenhotels umbauen oder ...“

„Entsetzlich“, sagt Dr. P., „alles streng unter Verschluß nehmen!“

„Da ist“, sagt L., „auch noch eine Anfrage vom Raumfahrtpark Peenemünde. Ob man der Königin nicht Modelle der V-Raketen vorführen dürfe, ganz kleine, völlig harmlose Modelle.“