Automatischer Ideenfischer

Ein Programm namens „Ideafisher“ soll Computernutzern helfen, auf neue Ideen zu kommen. Der Mensch gibt einige Stichworte in den Rechner ein, zum Beispiel „Waschmittelwerbung“. Daraufhin stellt Ideafisher Fragen und bietet Assoziationen an, die das Programm aus allerlei Listen zusammenstellt. Viele der automatischen Vorschläge sind unsinnig, aber beim Brainstorming, einer beliebten Technik zur Ideensuche, ist das nicht anders. Eine Rezension in der angesehenen Fachzeitschrift IEEE Computer (9/92) kam jedenfalls zu dem Schluß, Ideafisher sei der ideale Weg, mit sich selbst eine Brainstorming-Sitzung abzuhalten.

Strahlung falsch eingeschätzt?

Die Diskussion über die Gefahren der radioaktiven Niedrigstrahlung wird möglicherweise durch eine Studie zu den Strahlenschäden nach den Atombombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg neu belebt. Die medizinischen Langzeitschäden wurden sowohl durch Neutronen als auch durch Gammastrahlen verursacht. Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam hat nun aus untersuchten Gebäuderesten darauf geschlossen, daß die Neutronenstrahlung fast zehnmal so stark war, wie bisher angenommen wurde. Sollten die Experten also von einer zu niedrigen Dosis ausgegangen sein und infolgedessen die Gefährlichkeit der radioaktiven Strahlen überschätzt haben? Der Schluß wäre voreilig: Der Biophysiker Tore Straume vom Lawrence-Livermore-Laboratorium hat nur energiearme Neutronen nachgewiesen, schädlich für den Menschen sind aber die energiereichen Neutronen. Noch ist ungeklärt, ob diese energiearmen Neutronen zuvor als energiereiche Teilchen Schaden angerichtet hatten.

Anti-Nobelpreise verliehen

Nicht ganz ernst gemeinte Nobelpreise verleihen das „Journal für unwiederholbare Ergebnisse“ und das Museum für Leistungen, „deren Reproduzierbarkeit nicht möglich oder nicht erwünscht ist“. So wurde Ivette Bassa jetzt für „die krönende Tat in der Chemie des 20. Jahrhunderts“ ausgezeichnet, die Synthese leuchtendblauer Götterspeise. Den Preis, der im Massachusetts Institute of Technology mit Champagner und blauem Wackelpudding verliehen wurde, nahm sie mit Humor und in blau eingefärbtem Laboranzug entgegen. Weniger gefreut haben dürfte sich Biologie-Preisträger Cecil Jacobson, der bei Versuchen zur künstlichen Befruchtung sein eigenes Sperma anstelle dessen von anonymen Spendern verwendete. Die Begründung lobte ihn wegen seiner „einfachen, einhändigen Methode der Qualitätskontrolle“ für Samenbanken. Den Literaturpreis dagegen erhielt Vielschreiber Yury Struchkov aus Moskau, der in nur neun Jahren 984 wissenschaftliche Papiere veröffentlichte. Als Nobelpreisträger für Archäologie wurden junge Franzosen geehrt, die Schmierereien an einer Höhlenwand entfernten – und dabei unschätzbare Malereien ausradierten.

Stern im Labor

Zum ersten Mal wurde die Lichtdurchlässigkeit von Materie unter den Druck- und Temperaturverhältnissen, wie sie im Inneren von Sternen vorkommen, gemessen. Amerikanische Forscher beschossen eine dünne Schicht Eisen mit einem Laser. Mit Hilfe eines zweiten Lasers bestimmten sie die Licht-Absorption der auf ungefähr 250 000 Grad Celsius erhitzten Probe. Die Messung dauerte keine Millionstel Sekunde – länger gelang es nicht, die hohe Temperatur zu halten. Ziel des Experiments war es, besser zu verstehen, wie Lichtteilchen, die im Inneren von Sternen entstehen, ihren Weg nach außen finden.