Feuilleton

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DIE ZEIT

Verrutscht

Eine Stadt wird zum Symbol. In Rostock fing die neue deutsche Gewaltwelle gegen Ausländer an. In Rostock, wen darf die Ortswahl wundernehmen, demonstrierten französische Juden, sechzig an der Zahl, gegen die jüngste Vereinbarung zwischen Bonn und Bukarest.

Bannstrahl

Der Umgang mit der Meinungsfreiheit will gelernt sein. Manchen fällt er schwer. Zu ihnen zählt – ausgerechnet – die IG Medien, die ja doch gerade die meinungsfreudigen Journalisten vertreten will.

Eingeholt

Fast kann einem Michail Gorbatschow leid tun. Ihn hat die blutige Vergangenheit der verbotenen Kommunistischen Partei eingeholt.

Worte der Woche

"Wer Beifall klatscht, wenn Molotowcocktails und Steine in Asylantenheime geworfen werden, macht sich selbst strafbar. Das würde ich gerne vor Ort durch die Strafverfolgungsbehörden verdeutlicht sehen.

Wie Elisabeth II. das gestörte Verhältnis zwischen Briten und Deutschen entkrampfte: Königlicher Glanz über grauer Politik

Endlich trugen die Bonner Hofberichterstatter ihren Namen einmal zu Recht. War es nun einfach himmelblau, oder war es türkis oder mintfarben, das Kostüm der Queen am Tag ihrer Anreise? Fielen der Hofknicks von Frau X, die Verbeugung von Herrn Y auf der Treppe von Schloß Augustusburg nun zu knapp oder zu übertrieben aus? Was haben wir Zaungäste in diesen königlichen Stunden nicht gelernt über die britische Ahnentafel und das deutsche Protokoll und über Georg aus Hannover, der weiland in Westminster zum King George I.

Zeitspiegel

Endlich haben wir die "BRD" wieder! Nicht einmal das Bundesinnenministerium hegt nach dem Fall der DDR noch Bedenken; es hat seinen Beamten die Verwendung der Abkürzung freigestellt.

Nie zuvor ist ein Tenno ins Reich der Mitte gereist. Der Besuch Akihitos in dieser Woche leitet eine neue japanisch-chinesische Ära ein: Die großen Kulturnationen Ostasiens setzen auf wirtschaftliche Partnerschaft: Der Kaiser in China

Wer wollte, konnte die vergangenen Tage als ein Vorspiel auf das kommende Jahrhundert betrachten: In Peking feierte der Kongreß der Kommunistischen Partei die Reform- und Öffnungspolitik Deng Xiaopings in der Hoffnung auf ein neues asiatisches Wirtschaftswunder.

Honecker-Prozeß: Wettlauf mit dem Tod?

Einen Wunsch hat Richter Bräutigam sich nun selbst erfüllt, zumindest: erfüllen helfen. Der Prozeß gegen Erich Honecker und vier andere aus der alten Führungsetage der DDR findet statt; Und zwar schon bald.

Wolfgang Ebert: Rostock-Test

"... die ich drüben nicht jedem auf die Nase binden würde. Dann: Ihr dunkler Lockenkopf. Wenn Ihnen so ein überhitzter Glatzkopf über den Weg läuft, könnte er Sie mit einem Südländer verwechseln und Sie blindlings zusammenschlagen, was Ihnen zur Zeit allerdings auch bei uns blühen könnte.

Die falsche Schuld

Ende August hat das US-Appellationsgericht in Cincinnati im verwickelten Fall des John Demjanjuk für eine überraschende Wende gesorgt.

Kein Schlußstrich

Wie auch immer das Verfahren gegen John Demjanjuk vor dem Jerusalemer Gericht ausgehen mag – mit Freispruch wegen erwiesener Verwechslung des Angeklagten oder Strafe wegen erwiesener Schuld –, die vielen lautstarken Fürsprecher einer Einstellung aller Judenmordprozesse machen viel Lärm um fast nichts.

Der König ist tot – es lebe der König

"Ich gehöre nicht zu denen, die immer gleich, wenn etwas passiert ist, nach einer Änderung des materiellen Rechts rufen. Das bringt auch vergleichsweise weniger als die schnelle und konsequente Anwendung des geltenden Rechts.

Die lange Ära Konrad Adenauers: Später Lorbeer

Mit Konrad Adenauer begann die Bundesrepublik Deutschland." Mit diesem griffigen, aber auch problematischen Satz beginnt Sontheimer seine knappe Überblicksdarstellung der westdeutschen Geschichte von 1949 bis 1963.

BUCH IM GESPRÄCH: Fischers Linke

Die Leidenschaften eines Intellektuellen, das Querdenken und das Zuspitzen, passen nicht zur Rolle eines Politikers. Denn der kann Erfolg nur haben, wenn er pragmatisch und opportun handelt, sonst gibt’s Ärger mit der Partei, mit dem Kanzler, mit den Wählern – sie mögen keine vorwitzigen Überflieger.

Bundesbank: Verkehrt

Hat die Bundesbank ihren Kurs geändert? Die Zinsen fallen, das Leben auf Pump macht fast schon wieder Freude. Für Wohnungskäufer und Unternehmer, aber auch für die Finanzminister gibt es bereits Geld unter acht Prozent.

Minol: Verkauft

Zwei Milliarden draufgezahlt – und dennoch als Erfolg gefeiert. Die Bundesregierung hat den Verkauf der ostdeutschen Minol-Tankstellen im Paket mit der Raffinerie in Leuna an das Konsortium um den französischen Ölriesen Elf endgültig abgesegnet.

Bonner Kulisse

Ob es im Zuge der deutschen Vereinigung unfreiwillige Geschenke gegeben hat, untersucht gegenwärtig auf Bitten des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages der Bundesrechnungshof.

Ostdeutschland: Verschenkt

Na bitte! Finanzminister Theo Waigel will den Ostdeutschen Immobilien der alten DDR schenken. Sportplätze, Heizwerke und Schlösser sollen Länder und Gemeinden im Osten umsonst bekommen.

Atomenergie: Die Alarmsignale häufen sich: Gefährlicher Geiz

Muß die Menschheit auf Gedeih und Verderb mit dieser Gefahr leben? Radioaktives Material ist längst zur heißen Ware geworden – doch die Polizei ist machtlos, "unerfahren, unversiert und unbeholfen", wie der Chef des Bundeskriminalamtes zu Protokoll gab, nachdem 2,2 Kilogramm Uran auf einem Autobahn-Parkplatz bei München beschlagnahmt wurden.

ZEIT DER ÖKONOMEN (1)

Der Kommunismus ist tot, der Kapitalismus hat gesiegt. Doch den Siegern ist nicht nach Feiern zumute........................

Teure Erblast

Neu ist die Zahl nicht, sie ist jetzt nur offiziell, nachzulesen in der Eröffnungsbilanz der Treuhandanstalt: Die Treuhandanstalt wird ihre Arbeit 1994 mit einem Defizit von 250 Milliarden Mark abschließen.

Mobilfunk: das Gerangel um Partner und Prozente bei der Bewerbung um die dritte Lizenz: Fusion und Konfusion

Im Dezember muß sich Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling warm anziehen – nicht nur saisonbedingt. Völlig überraschend haben sich nicht, wie erwartet, vier, sondern nur zwei Bewerber für die neue El-Mobilfunklizenz beworben: die von der Münchner BMW AG geführte E-Star-Gruppe und das von der Veba-Tochter PreussenElektra sowie der Thyssen Handelsunion gemeinsam gelenkte E-Plus-Konsortium.

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