Hat die Bundesbank ihren Kurs geändert? Die Zinsen fallen, das Leben auf Pump macht fast schon wieder Freude. Für Wohnungskäufer und Unternehmer, aber auch für die Finanzminister gibt es bereits Geld unter acht Prozent.

Der flauen Konjunktur können die billigen Kredite nur guttun. Sie beleben die Nachfrage und die Investitionen. Dennoch besteht kein Grund, voreilig Lorbeeren an die Bundesbank zu verteilen. Die strengen Währungshüter haben die fallenden Zinsen nicht gewollt.

Die meisten Mitglieder im Zentralbankrat glauben nach wie vor, daß zur Zeit hohe Zinsen nötig sind. Aber es gelingt ihnen nicht, die Kreditzinsen in den Griff zu bekommen. Ihre alten Waffen sind stumpf geworden, gegen den modernen und international eng verflochtenen Finanzmarkt sind sie machtlos. Weder konnte die Bundesbank in den vergangenen Jahren die Deutschen zur Sparsamkeit zwingen, noch hat sie das Ausufern der Geldmenge verhindert. Man darf gespannt sein, ob sie sich endlich etwas Neues einfallen läßt, wenn das Geldmengenwachstum demnächst auf zehn Prozent oder mehr hochschnellt. per