Amerikanische Anleger treibt die Frage schon eine Weile um, und auch für Europäer wird sie immer dringlicher: Was, wenn Clinton gewinnt?

Spätestens seitdem der Herausforderer öffentlich über ein neues Konjunkturprogramm nachgedacht hat, rechnen die meisten Analysten damit, daß die langfristigen Zinsen in Amerika steigen. Stimmt das, dürfte der Dollarkurs unter „Präsident Clinton“ zumindest kurzfristig steigen.

Indes hat der nächste Präsident, wer es auch sein wird, nur wenig finanziellen Spielraum, weil Amerika in diesem Jahr wieder ein Rekorddefizit verbucht. Aus diesem Grund dürfte der Konjunkturschub nach einem Wechsel in Washington gering ausfallen: Viele Experten rechnen mit etwas mehr Wachstum und einem leichten Anstieg der Inflation.

Professionelle Anleger hören zudem ganz genau auf die Wahlkampfreden Clintons. So lassen seine Pläne, die Infrastruktur zu verbessern, die Kurse der Bauaktien steigen. Auf der anderen Seite würde der Demokrat wohl weniger für das Militär ausgeben – also schlechte Zeiten für die Aktien der Rüstungsproduzenten.

Doch Vorsicht: Nach der Wahl in den Vereinigten Staaten am 3. November wird es wahrscheinlich zu spät sein für solche Anlage-Überlegungen. Wohl auch in der Erwartung eines Sieges Clintons haben sich die Märkte schon bewegt. Die amerikanischen Zinsen sind gestiegen, Aktienkurse haben sich angepaßt, und der Dollar hat schon zugelegt. he