Schutz für das Eismeer

Das Umweltministerium der ostsibirischen Republik Jakutien möchte große Teile des Landes unter Schutz stellen. Bereits seit 1985 wird das rund 1800 Quadratkilometer große Delta der Lena geschützt; es ist ein wichtiges Brutgebiet für Watvögel, Enten und Gänse. Daneben soll zukünftig in der Laptew-See, die nordwestlich des Deltas liegt, eine Schutzzone von 100 000 Quadratkilometern ausgewiesen werden. Dort leben unter anderem Wale und das seltene Laptew-Walroß. Auch die Neusibirischen Inseln im Nordosten möchte der Umweltminister Jakutiens einbeziehen. Neben Eisbären, Rentieren, Weiß- und Narwalen sowie Strandvögeln und Gänsen wäre damit gleichzeitig auch der größte "Mammut-Friedhof" der Welt geschützt. Die Stoßzähne der ausgestorbenen Tiere werden seit dem weltweiten Verbot für den Handel mit Elefantenstoßzähnen häufig als deren Ersatz verwendet. Beim Ausgraben entstehen erhebliche ökologische Schäden. Jakutien möchte alle drei Areale als Biosphärenreservat schützen. Das würde den einheimischen Ewenken auch in Zukunft die traditionelle Jagd erlauben und einen eingeschränkten Tourismus gestatten.

Schwierige Alternativen

Ob Biogas in Indien, Kohle aus Baumwollstrünken im Sudan oder Photovoltaik im Sonnengürtel der Erde: In der Theorie stellen diese Verfahren zwar die optimale Anpassung an die Bedingungen in der Dritten Welt dar, in der Praxis aber sind die Anlagen oft zu teuer und verrotten nach Abreise der europäischen Entwicklungshelfer rasch. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer einer Tagung des Institutes für Weltwirtschaft und Internationales Management der Universität Bremen, die sich mit Versuchen beschäftigte, alternative Energiequellen in Entwicklungsländern zu etablieren. Die teilnehmenden Experten von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Kreditanstalt für Wiederaufbau und anderer Institutionen bemängelten vor allem die meist zu kurze Laufzeit der Projekte. Sie würde es nicht erlauben, daß sich die technischen Innovationen nach Abschluß der Projekte am Einsatzort fortsetzen lassen.