Nur gelegentlich schimmert durch, daß der Autor sich bei seiner Recherche manchmal aufs Hörensagen verlassen hat und dabei in die Sprachkiste der Reklametexter gegriffen hat: Heidi Kabel ist mitnichten Teamchefin des Ohnsorg-Theaters, sondern nur noch einmal pro Spielzeit auf der Bühne in Alsternähe zu sehen; und das „Schmidt“ am Spielbudenplatz, das Burauel zum „Abgefahrensten, was die Stadt zu bieten hat“, zählt, ist kaum mehr als – freilich: erfolgreiche – Folklore für alternative Gemüter.

Und der Anspruch, vor allem jene bedienen zu wollen, die „mit schmalem Geldbeutel außerhalb des Massentourismus“ reisen, ist kokett. Der beutelschneiderische Buchpreis von knapp dreißig Deutschmark weist zudem darauf hin, warum das Reisebudget am Zielort begrenzt ist.

Jedenfalls: Touristenlose Ecken bleiben auch mit dem Hamburg-Reiseführer Boris Burauels künftig unentdeckt, Gott sei Dank. JaF

Boris Burauel:

Preiswert Reisen – Hamburg

Hayit Verlag, Köln 1992; 336 S., Abb., 29,80 DM