DIE ZEIT

Pay-TV

Fernsehen, das war hierzulande einmal eine Instanz. Gewiß, mit all ihren Mängeln – was Wunder, wenn politische Parteien in den Gremien Platz nehmen und in der Personalpolitik mitmischen.

Wem die Stunde schlägt

Endlich hat der Bundeskanzler den Mut gefunden. Auf dem CDU-Parteitag bereitete Helmut Kohl die Bürger in einer "Stunde der Wahrheit" darauf vor, daß sie für die deutsche Einheit zusätzliche Opfer bringen müssen.

Zeitspiegel

Wenn wir einmal nicht mehr sind, wer warnt dann Außerirdische oder zukünftige Zivilisationen vor unseren gefährlichen Hinterlassenschaften? Die Sandia National Laboratories in den Vereinigten Staaten machen sich ernste Gedanken über dieses Problem.

Erhard Eppler stellt der SPD vor ihrem Sonderparteitag eine kritische Diagnose: Vor allem im Streit um das Asylrecht habe sie sich in Positionen eingegraben, die sich nicht ewig halten lassen: Den Kopf wieder frei machen

Es ist eben ein Unterschied, ob man in der eisigen Windstille des Kalten Krieges Wohlstand verteilt und Waffen anhäuft oder ob man in der gewittrigen Schwüle, die seither in Europa allerhand nationalistisches Unkraut wuchern läßt, all die Brände in den kleineren und größeren Hütten löschen soll, in die der Blitz eingeschlagen hat.

Wer regiert, der verliert

Zwei Jahre nach dem Abschütteln des Kommunismus gewinnen in Litauen gewendete Kommunisten die Wahlen. Ist der Sieg des früheren KP-Chefs Brazauskas ein Rückschlag für die Demokratie? Keineswegs.

Kanada sagt nein zum Verfassungskompromiß: Risse im Ahornblatt

Dabei hätte das Kompromißpapier von Charlottetown allen etwas geboten: den Indianern und Eskimos neue Rechte bis hin zur Autonomie; den frankophonen Québécois die Anerkennung als "besondere Gesellschaft"; den westlichen Provinzen eine stärkere Vertretung im Senat; und schließlich den wirtschaftlich darbenden Atlantikprovinzen die Sicherung des sozialen Netzes.

Die Slowakei gräbt Ungarn das Wasser ab – um damit das Donau-Kraftwerk Gabčikovo in Betrieb zu setzen: Turbo-Nationalismus

Dem Nachbarn das Wasser abzugraben, buchstäblich und politisch – das kann Schaden anrichten, den der Nutzen nicht aufwiegt. Doch in der slowakischen Hauptstadt, wo man sich rüstet, in zwei Monaten aus dem Land einen selbständigen Staat zu machen, wiegt die Rücksicht auf Ungarn leichter als die Angst, die eigene Energie – nicht nur die elektrische – könnte nicht ausreichen.

Bonner Bühne: Eine Demo von oben

Nicht die Würde des deutschen Menschen, sondern die Würde des Menschen ist unantastbar. Das hat, die Verfassung zitierend, der CDU-Abgeordnete Heribert Blens kürzlich in seinem engagierten Beitrag zur Bundestagsdebatte über den Rechtsradikalismus in Erinnerung gerufen.

Schneewittchens Kind

Doch ihr Puls schlägt weiter. Die Haut ist rosig, der Körper warm. Seit drei Wochen liegt er auf einem Luftkissenbett der chirurgischen Intensivstation des Universitätsklinikums Erlangen.

Das Stimmengewirr verdunkelt die Interessenskonflikte: Wozu der Lärm?

Beklemmend an dem Erlanger Fall ist weniger die ethische "Grenzsituation", die er angeblich vorstellt. Sie ist bei weitem weniger prekär, schmerzhaft oder tragisch als andere, längst bekannte und jährlich vieltausendfach auftretende Entscheidungsprobleme des klinischen Alltags zwischen Leben und Tod.

In Erlangen darf kein Präzedenzfall entstehen: Nicht um jeden Preis

Der Erlanger Fall hat in der Öffentlichkeit eine ungewöhnlich emotionale Diskussion ausgelöst. Es fällt auf, daß sich jene radikalen Befürworter einer "Lebensrettung um jeden Preis" ebenso lautstark zu Wort melden und für ein solches ärztliches Vorgehen plädieren wie jene Gruppen, die auch schon angesichts einer nur möglichen Schädigung des Kindes den Abbruch der Schwangerschaft befürworten und den Rettungsversuch als total unsinnig und pietätlos gegenüber dem Leichnam der verunglückten Frau bezeichnen.

Revolution

Der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums wirft auch die Frage auf, ob überhaupt der große Gedanke der europäischen Aufklärung des 18.

Streit um Blechorden

"Keiner der Helden von Mutlangen hat sich zu einem Sitzstreik vor den Asylunterkünften in Rostock niedergelassen, um Mut und Engagement unter den Bedingungen des real existierenden Fremdenhasses zu beweisen.

Produktivität: Schief

Kritikern des Standorts Deutschland kommt die Nachricht wie gerufen: Die Arbeiter hierzulande sind nicht produktiv genug, ihre amerikanischen und französischen Kollegen schaffen pro Kopf mehr Wohlstand.

Bonner Kulisse

Bei Diskussionen von Fehlbesetzungen im Kabinett wird Postminister Christian Schwarz-Schilling am häufigsten genannt. Inzwischen gehört black-penny zu den dienstältesten Ressortleitern, hat sich eine satte Pension (rund 10 000 Mark) erdient und wird die nächste Ressortumbildung wieder schadlos überstehen.

Bundespost: Teuer

Es konnte nicht schnell gehen. Monatelang wurde vor allem die Telekom beschuldigt, die gesamte wirtschaftliche Entwicklung im Osten des Landes zu blockieren.

Treuhand: Ehrenwert

Die Treuhandanstalt hat einen guten Vorsatz gefaßt. Sie will verstärkt die privatisierten ostdeutschen Unternehmen überprüfen, ob die Käufer ihre Zusagen über die Belegschaftsstärke auch einhalten.

Vom Pos zum PoZ

Sieben Millionen Menschen haben sich in der Bundesrepublik für eine Kreditkarte entschieden. Seit langem versuchen Handel und Banken, die bedeutend stärker verbreitete Eurocheque- beziehungsweise ec-Karte (siehe Graphik) als Zahlungsmittel ohne den obligatorischen Scheck zu etablieren.

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