Unzureichende Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit wird oft beklagt. Nun droht einer Institution, die diesen Mißstand erfolgreich bekämpfen half, die Schließung. Geldmangel zwingt das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT), der Münchener "Informationsstelle Umwelt" die Mittel zu streichen. Sie wurde vor vier Jahren gegründet, um Journalisten, aber auch Politikern bei schwierigen Umweltfragen zu helfen. Nun will niemand mehr für das relativ bescheidene Jahresbudget von einer halben Million Mark aufkommen.

Themen wie das Waldsterben, die Zunahme von Allergien, Ozon, Schäden durch Strahlung und viele andere Umweltfragen werden in der Öffentlichkeit häufig, aber leider nicht immer kompetent diskutiert. Neben der Vermittlung anerkannter Fachleute, die zwar aus verschiedenen Blickwinkeln, aber korrekt und verständlich ihren Standpunkt zu erklären vermögen, bot die Informationsstelle Umwelt weiterbildende Seminare an. Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigte regelmäßig, welch großer Bedarf hier besteht.

Doch wer sich künftig rasch über neuere Erkenntnisse in der Klimaforschung oder über Schadstoffe in Innenräumen informieren möchte, wird auf Unterstützung der Infostelle verzichten müssen. Das BMFT meint, sein Engagement habe nur als Anschubfinanzierung gedient. Für die Starthilfe gebührt den Bonnern Lob. Aber ohne gesicherte Finanzierung sind qualifizierte Wissensvermittler nicht zu halten. In die Bresche springen könnten zum Beispiel Großforschungseinrichtungen, wie die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung GSF, die sich mit Umweltthemen befassen. Die Informationsstelle nutzt bereits Räumlichkeiten der GSF in Neuherberg. Von einer besseren Information der Öffentlichkeit würden alle profitieren. Roland Knauer