Mit der Freundschaft zwischen der Deutschen Aerospace AG (Dasa) und der bayerischen Landesregierung ist es vorbei. Seit die Daimler-Benz-Tochter rund 7500 Arbeitsplätze wegen akuten Auftragsmangels im Rüstungsgeschäft streichen will, versucht Ministerpräsident Max Streibl, den Anteil von 8,58 Prozent loszuwerden, den der Freistaat noch an dem Luftfahrtunternehmen hält.

Die Bayern sind besonders erbost, weil sie über die Entlassungspläne von Dasa-Chef Jürgen E. Schrempp nicht informiert wurden, obwohl Streibl und sein Finanzminister Georg von Waldenfels dem Aufsichtsrat des Unternehmens angehören.

Die Regierung muß nun einsehen, daß sie mit ihrer kleinen Beteiligung doch keinen Einfluß auf den Konzern hat, der ohne ihre Hilfe gar nicht zustande gekommen wäre. Bayern hatte in den achtziger Jahren mit aller Kraft die Privatisierung von MBB betrieben, dessen größter Gesellschafter der Freistaat war. Nun fühlen sich die Bayern unfair behandelt, weil bei ihnen mehr Arbeitsplätze abgebaut werden als anderswo. „So haben wir bei den Fusionsverhandlungen nicht gewettet“, schimpft Minister von Waldenfels.

Die Umarmung des Bonner Mischkonzerns Viag durch den bayerischen Stromversorger Bayernwerk wird immer enger. Obwohl der Münchner Energieriese an dem ehemaligen Bundesunternehmen nur zu 25 Prozent beteiligt ist, während die Viag 39 Prozent der Bayernwerk-Anteile hält, werden die Strommanager in dem Tandem nun das Kommando übernehmen. Jochen Holzer, der bisherige Vorstandsvorsitzende des Bayernwerks, soll im nächsten Jahr Aufsichtsratschef von Bayernwerk und Viag werden. Und da der agile Holzer diesen Posten als echte Managementaufgabe versteht, wird er sich de facto als Chef einer Unternehmensgruppe verhalten.

Eine Fusion der beiden Unternehmen ist allerdings erst möglich, wenn Bayerns Ministerpräsident Max Streibl der Privatisierung des lukrativen Stromversorgers zustimmt. Das Bayernwerk ist noch zu 58 Prozent in der Hand des Landes Bayern und damit eine der letzten Möglichkeiten für Münchens Politiker, Industriepolitik zu betreiben. Nachfolger Holzers an der Spitze des Bayernwerks soll der 49jährige Otto Majewski werden, der einst als Beamter des bayerischen Finanzministeriums eng mit Streibl zusammengearbeitet hat.

Stühlerücken bei der Horten AG: Am 27. November werden im Aufsichtsrat des Düsseldorfer Warenhaus-Konzerns sechs neue Mitglieder Platz nehmen – darunter gleich drei Vertreter von Konkurrenzunternehmen. So werden Rolf Leisten und Wolfgang Urban aus dem Vorstand der Kaufhof Holding AG, Peter Ellegast, Geschäftsführer von Woolworth, und Helmut Massier von der Düsseldorfer Kaufring AG in den Aufsichtsrat einziehen. Dessen neuer Vorsitzender wird Hans Henning Offen, Vorstandsmitglied der West LB.

Der künftige Aufsichtsrat spiegelt die neue Aktionärsstruktur bei Horten wider: Schon Ende 1991 hatte sich – mit Hilfe der West LB – der Kaufhof bei seinem kleinen Konkurrenten eingekauft. In diesem Mai kam über eine Beteiligungsgesellschaft Woolworth hinzu Die Verbindung zum Kaufring besteht schon länger und ist wechselseitig.