Es konnte nicht schnell gehen. Monatelang wurde vor allem die Telekom beschuldigt, die gesamte wirtschaftliche Entwicklung im Osten des Landes zu blockieren. Ohne Telephone kein Aufschwung, hieß die plausible Forderung. Der Fernmelderiese investierte schließlich im Eiltempo und verschuldete sich dabei über Gebühr. Doch auch mit Telephonen kam die Wirtschaft nicht in Schwung, und das schlägt nun auf Telekom und Postdienst zurück. Bei beiden reißt das Desaster in den fünf neuen Ländern große Löcher in die Bilanz. Allein im Geschäft mit Briefen und Paketen werden pro hundert Mark Umsatz fast fünfzig Mark draufgezahlt. Und die Telekom liegt bereits mit 300 Millionen Mark hinter den prognostizierten Einnahmen im Geschäftsgebiet Ost. Trotzdem halten beide Staatsbetriebe an ihren ehrgeizigen Plänen zur Modernisierung der Infrastruktur fest. Und das ist auch richtig so. Wären sie allerdings bereits privatisiert wie immer wieder gefordert, müßten die Vorstände ihren Kurs wohl ändern. Mit Verlusten ist bei privaten Aktionären kein Staat zu machen. lüt