Die Zukunft sichern

Wenn wir einmal nicht mehr sind, wer warnt dann Außerirdische oder zukünftige Zivilisationen vor unseren gefährlichen Hinterlassenschaften? Die Sandia National Laboratories in den Vereinigten Staaten machen sich ernste Gedanken über dieses Problem. Denn in den nächsten dreißig Jahren werden die Amerikaner riesige Mengen strahlenverseuchten Materials aus der Atomwaffenproduktion vergraben müssen. Was, wenn nun in 10 000 Jahren einer der Zukünftigen anfängt, in einem Salzstock in Neu-Mexiko zu buddeln – und niemand der Jetzigen ist da, um „Halt!“ zu rufen und eine Katastrophe zu verhindern? Keine Sorge, die Experten arbeiten schon an einer nachmenschlichen Abschreckung: Mehr als zwanzig Meter hohe Betonnadeln, spitze Pyramiden und eine Weltkarte, auf der die brenzligen Stellen markiert sind, sollen allzu Neugierige warnen. Endlich kann die Menschheit in Frieden sterben, sie hat ihre Pflicht getan.

Spott auf französisch

Wenn schon nicht zahlenmäßig, so behaupten die knapp sieben Millionen Frankokanadier, zumindest kulturell ihren englischsprachigen Nachbarn überlegen zu sein. Besonders lieben sie den Spott über die anglophon beherrschte Bundesregierung in Ottawa und Uncle Sam’s Reich im Süden. Die Weihnachtsbriefmarke des Jahres 1992 lieferte den Québécois nun einen trefflichen Anlaß, gleich auf beide zu zielen. Die kanadische Post hatte zwar, wie es sich in einem zweisprachigen Land gehört, „Christmas/Noël“ auf die Wertzeichen gedruckt. Allein, die zwei Pünktchen des Tremas standen statt über dem e über dem o. Kein Problem, hieß es aus Quebec, einstampfen müsse man die Marken deswegen nicht. Man könne sie ja auf Weihnachtsgrüße an den amerikanischen Vizepräsidenten Dan Quayle kleben. Wer potato vor einem Millionenpublikum mit angehängtem e schreibt, dem wird es auf solche Kleinigkeiten nicht ankommen.

Protest

Jörg Haider trat in Bad Homburg auf, und die Träger des Karl-Hermann-Flach-Preises – verliehen von der Friedrich-Naumann-Stiftung und der FDP – protestierten. Denn „Karl-Hermann-Flach-Disput“ hieß die Veranstaltung der FDP in Bad Homburg, auf der Österreichs Rechtspopulist mit starken Sprüchen auftrat. Sie hätten es nicht für möglich gehalten, erklären die Preisträger, „daß unter dem Namen dieses ebenso überzeugten wie überzeugenden Liberalen jemals ein sogenannter Dialog mit Jörg Haider abgehalten würde – dies von einer liberalen Partei, die sich immer noch auf das Erbe ihres einstigen Generalsekretärs beruft“. Den Protest mitunterzeichnet haben: Franz Alt, Peter Bender, Ada Brandes, die Redaktion des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblattes, Leopold Glaser, Sybille Krause-Burger, Hanno Kühnert, Erich Loest, Robert Leicht.