Selbsternannte Patrioten, die "Deutschland den Deutschen – Ausländer raus" brüllen, gegen Ausländer und Asylsuchende Gewalt anwendenund jüdische Gedenkstätten in Brand stecken oder schänden, haben unserem Land schweren Schaden zugefügt.

Ein Land wie Deutschland, das aufgrund seiner demokratischen Verfassung, seiner nach innen und außen gelebten Demokratie und einer konsequent betriebenen Menschenrechtspolitik international geachtet und als das "andere Deutschland" angesehen wird, läßt nicht zu, daß rechtsradikale Gewalttäter, ihre Helfershelfer und ihre Sympathisanten brutal Unrecht begehen und die bei uns lebenden Ausländer und in Deutschland Zuflucht suchenden Asylbewerber in Ängste versetzen.

Wir lassen weder dreiste und unverschämte Fragen noch Urteile zu, die zu uns Gehörige und bei uns Lebende in ihrer Würde verletzen und herabsetzen. Schon wird wieder gefragt, ob denn zum Beispiel die Juden, die in Deutschland leben, wieder auf gepackten Koffern sitzen müssen.

Wir Demokraten haben die selbstverständliche Pflicht, uns mit aller uns zur Verfügung stehenden Macht gegen diese Kräfte von gestern und vorgestern zu wehren: gegen militante Polithasardeure, die der Gewalt gegen unschuldige Menschen das Wort reden, gegen applaudierende Zuschauer und gegen kriminelle Täter aus der Gewaltszene. Unsere Demokratie ist wehrhaft, sie ist keine Schönwetter-Demokratie, die bei den leisesten Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung gewalttätig gegen diejenigen wird, die als gesellschaftliche Minderheit unter uns leben: ausländische Arbeitnehmer, Asylsuchende, Bürgerkriegsflüchtlinge, Behinderte und sozial Schwache, die als "lästige Kostgänger" apostrophiert werden.

Wer dieser Entwicklung tatenlos zusieht, verstößt nachhaltig gegen den ersten Satz unserer Verfassung, der eindeutig sagt: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Mit der Demonstration am 8. November in Berlin wollen wir ein deutliches Zeichen setzen – spät, sicherlich, aber nicht zu spät, denn für die Gemeinsamkeit der Demokraten gegen Ausländerhaß, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus kann es nie zu spät sein.

Es sollte niemanden geben, der sich von dieser Demonstration fernhält. Hier ist Geschlossenheit in den Reihen der Demokraten nachdrücklich einzufordern.

Teilnehmen heißt: ein deutliches Zeichen setzen.