EG-Etikett für Bio-Nahrung

Für Nahrungsmittel aus biologischem Anbau wird es in der Europäischen Gemeinschaft vom 1. Januar an einheitliche Richtlinien geben. Die Aufschrift "Ökologische Agrarwirtschaft – EWG-Kontrollsystem" kennzeichnet dann pflanzliche Produkte, die in allen Ländern der Gemeinschaft nach dem gleichen Standard hergestellt werden. Bisher werden auf dem Bio-Markt etliche Nahrungsmittel aus konventionell arbeitenden Betrieben angeboten, die zum Beispiel mit dem Etikett "aus kontrolliertem Anbau" ökologische Qualität nur vortäuschen. Solchem Mißbrauch wird jeder EG-Staat in Zukunft mit einem eigenen Kontrollsystem vorbeugen. Es kann auch, staatlich beaufsichtigt, privat betrieben werden. Während in Deutschland die schon existierenden Organisationen wie Bioland oder Naturland weiterarbeiten dürfen, sollen für Nicht-EG-Länder Positiv-Listen für Produkte zusammengestellt werden, wenn sie gleichwertige Produktionsregeln und deren Kontrolle nachweisen können. Damit bleibt auch in Zukunft der Import von "Öko-Pfeffer" und "Bio-Ananas" möglich. Naturschützer erhoffen von der Regelung einen neuen Schub für den ökologischen Landbau, nach dem bisher zum Beispiel in Bayern weniger als ein Prozent aller Betriebe wirtschaften.