Die Bedienung war ein bißchen unfreundlich, weil ich das Essen hatte zurückgehen lassen. Aber mein Selometer (59 Mark) hatte einen alarmierend hohen Salzgehalt angezeigt, da war mir nichts anderes übriggeblieben. Ein praktisches Ding: Man taucht die Sonde in die Suppe, und innerhalb weniger Sekunden erhält man ein präzises Ergebnis. Mit dem Sprechenden Schreiber (75 Mark) machte ich mir Notizen, während ich auf das Ersatzessen wartete. Dieser Kugelschreiber sagt auch die Zeit an, mit diskreter und klarer Stimme. Auf französisch. Ich verstehe kein Französisch, aber die paar Zahlwörter hatte ich schnell gelernt.

Früher hätte ich mir ein Taxi rufen lassen, denn mein Heimweg führt durch eine etwas einsame Gegend. Aber seit ich auch den Paralyser (195 Mark) bekommen habe, fühle ich mich sicher. Kaum größer als eine Zigarettenschachtel, wehrt dieses Gerät jeden Angreifer mit einem elektrischen Schlag von 60 000 Volt (0,5 Ampere) ab, ohne ihm bleibende Schäden zuzufügen. Schmerz, Verwirrung und Verlust des Gleichgewichts setzen ihn für eine Weile außer Gefecht. Zur Ergänzung hatte ich mir die Hundeabwehr (45 Mark) gegönnt, ebenfalls ein handliches Gerät, das durch Ultraschallalarm mit einer Reichweite bis zu sechs Metern alle Hunde abschreckt.

Aus Gründen ganz anderer Art trug ich den Biopotenzor (125 Mark) bei mir. Wie die Beschreibung im Katalog glaubwürdig versicherte, haben Potenzstörungen und völlige Impotenz im vergangenen Jahrzehnt erschreckend zugenommen. Vorbeugung konnte nicht schaden, wo doch das Gerät bequem in die Hosentasche paßt.

Auf einmal tauchte in dem Waldstück, das ich durchqueren mußte, ein Hund vor mir auf. Er war nicht groß und blieb in ein paar Meter Entfernung stehen, aber sicherheitshalber griff ich doch zur Hundeabwehr. Mit dem Ergebnis, daß der Hund auf mich losschoß, mein Bein umklammerte und merkwürdige Bewegungen machte. Während ich versuchte, das Tier abzuschütteln, stand plötzlich auch ein Mann vor mir. Im Nu hatte ich den Paralyser in der Hand. Jetzt ließ der Hund von mir ab und suchte das Weite, aber der Mann verwickelte mich in eine Art Handgemenge. Immer wieder betätigte ich den Paralyser, ohne daß die vorgesehene Wirkung eintrat. Statt dessen spürte ich am linken Arm einen Stich und wurde völlig panisch; gleichzeitig fing der Sprechende Schreiber an, mit klarer Stimme Französisch zu reden. Wunderbarerweise brach der Mann seinen Angriff daraufhin ab und verschwand; vielleicht dachte er, ich sei nicht allein.

Keuchend stützte ich mich auf meine Oberschenkel, wo ich in der Tasche den Biopotenzor trug – und verlor auf der Stelle das Gleichgewicht. Es haute mich um. Als Schmerz und Verwirrung sich legten, sah ich nach meinem Arm. Die Wunde blutete; darin steckte das Selometer. Es zeigte einen zu hohen Salzgehalt an.

Als ich zu Hause ankam, stand die Polizei vor der Tür. Nachbarn hatten sie alarmiert, weil der Vogelschreck (199 Mark), den ich im Garten installiert hatte, sie nicht schlafen ließ. Er stößt in unregelmäßigen Abständen die Notschreie eines Eichelhähers aus. Eigentlich sollte sich das Gerät bei Nacht durch eine Photozelle automatisch abschalten, aber vielleicht war meine neue Terrassenbeleuchtung einfach zu grell. "Hätte es dieses Gerät damals schon gegeben", hieß es in der Beschreibung des Vogelschrecks, "Hitchcocks ‚Vögel‘ wären nie ein Thriller geworden." Das ist wahr. Hitchcock wäre es wie mir ergangen – ihm wären sicher noch ganz andere Thriller eingefallen, wenn er den Eurotops-Katalog Herbst 1992 zu Gesicht bekommen hätte. Klaus Stein

(Alle Artikel von Eurotops, Postfach 1420, 4018 Langenfeld. Preise gültig bis 31. Dezember 1992.)