DIE ZEIT

Zeitspiegel

Wenn in Deutschland jüdische Gräber geschändet werden, ist das offizielle Entsetzen groß. Wenn aber ein jüdischer Funktionär sich bedroht fühlt, winken Landeskriminalamt und Innenministerium von Sachsen-Anhalt bedauernd ab.

Urteil gegen Mauerschützen: Strafbar

"Alles drängte nach milden Strafen" – aber: nach Strafe. Mit diesem Argument verwarf der Bundesgerichtshof in Berlin die Revision im zweiten Mauerschützenprozeß.

Wolfgang Ebert: Im Namen des Volkes

Richter: Um Ihnen dieses elende Leben nicht länger zuzumuten, will ich es in Ihrem Falle statt bei einer verwirkten Strafe mit einer sofortigen Zwangsentfernung bewenden lassen.

Ben Witter: Angetippt

Was ist mit Joschi oder Jossei, also dem Josef, wie es in seinem Paß steht? Jude ist er, im KZ war er, Pole ist er gewesen, Deutscher ist er jetzt.

Warum in Italien das Dauer-Chaos nicht zwangsläufig zur Katastrophe führt: Die Krise als heimlicher Motor

BIELEFELD. – Mafiamorde wie am Fließband, eine Geldentwertung von über siebzehn Prozent in drei Wochen, ein neuer lokaler Wahltriumph der Liga-Nord-Bewegung, die gesamte Landesregierung der Abruzzen und ganze Gemeinderäte in Vercelli und der Reggio Calabria wegen Korruption angezeigt: Es überrascht nicht, wenn der meistgebrauchte Begriff zur Beschreibung der italienischen Verhältnisse das Wort Krise ist.

Bonner Bühne: Humor im Recht

Ob er Deutschland noch einmal neu und schon wieder anders erlebt? Man fragt sich das, während Cees Nooteboom, der niederländische Schriftsteller, im Bonner Universitätsclub aus seinen "Berliner Notizen" liest.

Anblick eines Rentnerpaars bedroht den Zölibat: Doppelter Frevel

REGENSBURG. – Die Kanoniker des Stifts St. Johann suchten Schutz bei der Justiz: "Unter ihren Augen", (in einer von den geistlichen Herren vermieteten Wohnung), so beschwor der von ihnen beauftragte Rechtsanwalt das Amtsgericht, geschehe tagtäglich Ärgernis.

Gebiß mit Spieluhr

"In meiner Heimat, in Kambodscha, werden Ausländer, einerlei, ob sie Diplomaten sind oder nicht, von allen, sogar von Bettlern, sehr freundlich behandelt.

Gartenbauausstellung 1993: Ohne Höhepunkt: Turm-Opfer

STUTTGART. – Schluß, vorbei, nun ist es endgültig: Aus dem Iga-Turmbau wird nichts. Wenn in einem halben Jahr die Iga-Expo ’93, wie die langgeplante Internationale Gartenbauausstellung heißt, in der Landeshauptstadt eröffnet wird, dann wird das einzige Glanzlicht von internationalem Rang fehlen.

Für Frieden

Der Krieg steht im Widerspruch mit der Kultur, deren wir uns rühmen, seine Beseitigung ist vom Standpunkt der Religion, der Sittlichkeit und der Volkswohlfahrt gleichmäßig geboten .

BUCH IM GESPRÄCH: Einwanderungsland Deutschland

Anzuzeigen ist ein wichtiges Buch zur rechten Zeit, vermutlich eines der wichtigsten politischen Bücher des Jahres 1992. Es könnte nicht nur dazu beitragen, die Debatte über Ausländer und Asylanten endlich zu entdramatisieren und in produktive Bahnen zu lenken, sondern es thematisiert darüber hinaus Probleme und Entwicklungen der politischen und sozialen Existenz (nicht nur) der Deutschen am Ende des 20.

Ostdeutschland: Fatal

Vor gut zwei Jahren hatte sich Mercedes-Chef Werner Niefer noch als Vorbote des Aufschwungs im deutschen Osten feiern lassen.

Der Bergbau will seine Beteiligungen neu ordnen: Erpicht auf Kohle

Die Vision ist erschreckend: Wenn irgendwann in der ersten Hälfte des nächsten Jahrhunderts der deutsche Steinkohlebergbau endgültig zu Grabe getragen wird, winkt den Aktionären der über Jahrzehnte hinweg von Steuerzahlern und Stromverbrauchern alimentierten Ruhrkohle AG das große Geschäft.

Autobahngebühr: Feige

Dies ist nicht nur trickreich, sondern schlicht die Unwahrheit. Dem deutschen Autofahrer wird wieder einmal erzählt, er müsse leider bald mit Autobahngebühren rechnen, weil Brüssel das verlange.

Bonner Kulisse

Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann hat seinen Kabinettskollegen Theo Waigel in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Kommentaren zur Finanzpolitik und dem Ruf nach einem Haushaltssicherungsgesetz genervt.

Das Minus wird kleiner

Die Lage ist besser als die Stimmung auf dem deutschen Automarkt – jedenfalls gilt das für Neuwagen, und ganz besonders für solche, deren Vorstellung noch nicht lange zurückliegt.

Markt-Report: Auf der Durststrecke

In den deutschen Börsensälen wird jeder noch so vage Hoffnungsschimmer begrüßt, der eine Stabilisierung der wieder ins Rutschen geratenen Aktienkurse verspricht.

Manager und Märkte

Verständlich ist es, vernünftig nicht: Vor seinem Ausscheiden im Mai kommenden Jahres möchte Werner Niefer, Chef der Daimler-Autotochter Mercedes-Benz, allzu gern noch einen positiven Schlußpunkt setzen – gerade weil er in letzter Zeit kaum Erfreuliches über sein Unternehmen berichten konnte.

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