Der internationale Luftverkehr befindet sich in der schwersten Krise seiner Geschichte. Steht eine ganze Branche vor der Pleite?

ESER: In den Jahren 1990 bis 1992 mußten die Fluggesellschaften Verluste in Höhe von 9,3 Milliarden Dollar verbuchen. Nächstes Jahr kommen schätzungsweise 600 Millionen Dollar hinzu. Aber es gibt auch sehr profitable Firmen wie beispielsweise Cathay Pacific, Singapore Airlines oder in Europa British Airways. Ich glaube nicht, daß die Branche vor dem Zusammenbruch steht.

Wie entstehen die Verluste?

ESER: Das Verkehrsaufkommen und die Erlöse sind zu niedrig, die Flotten und die Kosten sind zu groß. Entscheidend ist auch die kaum noch tragbare Zinslast.

Was müssen die Airlines tun, um zu überleben?

ESER: Sie müssen vor allem ihre Personalkosten senken und unrentable Strecken stillegen. Die Lufthansa zahlt 32 Prozent des Umsatzes für Löhne und Gehälter, British Airways nur 23 Prozent.

Die IATA-Gesellschaften haben bereits 1991 über 50 000 Mitarbeiter entlassen. Kommt es noch schlimmer?