Der eine Weltstar ist weiß wie Schnee, der andere schwarz wie Ebenholz. Aber sonst haben die Schönen beinahe alles gemeinsam. Ihre Schönheit, versteht sich. Sodann die Tatsache, daß sie Weltstars sind. Sodann, drittens, sind beide Sterne zur Zeit allüberall in Paris zu sehen, auf riesigen Plakaten. Isabelle Adjani, Schauspielerin, und Sade, Sängerin.

Wer sich von den Bildern der beiden Megaschönen nicht nur blenden läßt, wer auch die Texte auf den Plakaten errötend entziffert, wird eine weitere Gemeinsamkeit entdecken. Beide Stars waren lange, jahrelang verschwunden. Und beide feiern jetzt, fünftens, ein glanzvolles Comeback.

"Was haben Sie", fragt der Reporter von Paris Match erbebend, "die letzten drei Jahre gemacht?" Adjanis stolze Antwort: "Ich habe geliebt." Sade wiederum hat gleich "vier Jahre des Schweigens" erfolgreich absolviert, und auch das muß eine erotisch produktive Zeit gewesen sein, denn das brandneue Album, mit dem die Sängerin zu uns zurückkehrt, hat den Titel "love deluxe". Oh!

Wir reißen uns von unseren rührselig-schwülen Reiseimpressionen los und kommen knallhart zur Sache, zum Thema. Wem von uns täte es nicht gut, mal schnell zu verschwinden und endlich (endlich!) richtig zu lieben.

Leider gibt es ein Problem: Man muß schon ein Weltstar sein, damit aus Verschwinden samt Rückkehr eine große Affäre wird. Bloß mal schnell abhauen (mit einem Weib oder vor einem Weib), wie es der sog. kleine Mann gern tut, hilft überhaupt nichts. Unsereiner ist heute verschwunden und morgen vergessen, das ist die trostlose Wahrheit!

Also: wir verschwinden nicht! Wir bleiben hier! Und hassen! Jeden Donnerstag an dieser Stelle.

Sie aber, geliebter Leser, sollten die Chance jetzt nutzen. Verschwinden Sie! Und wenn Sie dann wieder da sind, werden wir Sie lieben, wie noch kein Feuilleton seine Leser geliebt hat.