Für den, der schon – fast – alles hat, könnte das ausgefallene Angebot als originelles Weihnachtsgeschenk in Frage kommen. Eine Stunde Vergnügen kostet 500 Mark mit der kleinen Piper Cheyenne oder sogar 650 Mark, wenn es im supermodernen Airbus A 320 stattfindet – das Simulatorfliegen in der Bremer Verkehrsfliegerschule der Lufthansa.

Not macht erfinderisch, und Marktlücken gibt es eben immer noch, man muß sie nur entdecken. Weil ihre traditionellen Einnahmequellen derzeit nicht genug hergeben und trotz Abbau Tausender Arbeitsplätze ein Verlust von 1,2 Milliarden Mark in diesem Jahr droht, läßt Lufthansa-Chef Jürgen Weber derzeit in jeder Ecke des Konzerns auch nach kleinen Verdienstchancen forschen.

Ein Vermögen wird der neue Lufthansa-Service nicht bringen, denn die teuren Flugsimulatoren am Boden stehen Möchtegern-Piloten nur dann zur Verfügung, wenn sie nicht für den Ausbildungsbetrieb benötigt werden. Auf dem derzeitigen Sinkkurs braucht Lufthansa allerdings weniger Flugzeuge und Piloten – Zuwachsraten bei der neuen Einnahmequelle können also getrost eingeplant werden. üth