Fußball-Zwiebeln

Die fußballähnlichen Moleküle namens Fullerene warten immer wieder mit Überraschungen auf. So berichtet Science über Verbindungen, die aus bis zu zehn Millionen Kohlenstoffatomen bestehen (Bd. 359, S. 670 und 707). In ihnen hüllt jeweils ein größerer Käfig kleinere Exemplare ein. Wie bei einer russischen Puppe oder einer Zwiebel verbirgt jede Schale ein verkleinertes Abbild ihrer selbst. Zuinnerst befindet sich das Buckminsterfulleren, das mit seinen sechzig Kohlenstoffatomen exakt einem Miniaturfußball gleicht. Die zweite Hülle besteht aus einem 240-Atom-Käfig, die dritte umfaßt bereits 540 Ecken. Eine technische Anwendung der neuen Substanz ist zwar noch nicht bekannt, allein ihre bizarre Form aber sorgt unter Chemikern für Aufregung.

Comeback des Kreisverkehrs

Mit Karacho in der Ente um den Arc de Triomphe! Ein Urlaubserlebnis erster Güte, das zu Vorurteilen gegen den Kreisverkehr beigetragen haben mag. Zu Unrecht, meinen Verkehrsforscher von der Bochumer Universität nun. Sie verzeichnen für Deutschland das Comeback des Kreisverkehrs, der den Verkehrsstrom in anderen Ländern von jeher in Schwung hält. Ihre Statistiken belegen, daß "Kreisverkehrsplätze" (so der wissenschaftlich korrekte Name) nicht nur mehr Verkehr bewältigen als Kreuzungen, sondern auch weniger gefährlich sind, besonders für Fußgänger. In ihren Einmündungen geht es nämlich langsamer als an Kreuzungen zu. Im Ausland sind sie freilich effektiver als bei uns, weil der deutsche Autofahrer die Innenspur meidet: Er fürchtet, daß die lieben Landsleute ihn nicht rechtzeitig wieder heraus lassen.

Wissenschaftliches Strandgut

80 000 Turnschuhe helfen amerikanischen Meeresforschern, ihre Computermodelle ozeanischer Strömungen zu überprüfen. Die sportlichen Treter gingen bei einem Sturm im Mai 1991 über Bord, 800 Kilometer südöstlich der Halbinsel von Alaska. Nach etwa sechs Monaten wurden die ersten davon am amerikanischen Festland angeschwemmt, und der Ozeanograph Curtis Ebbesmeyer ergriff die Chance seines Lebens: Per Computer simulierte er die Strömungsverhältnisse im Nordpazifik und sagte die Route der schiffbrüchigen Schuhe korrekt voraus. Nach einem wahren Marathon erreichte das wissenschaftliche Strandgut inzwischen Hawaii.