DIE ZEIT

Ein Sonntag in Berlin: Die Politik auf der Straße: Aus der Mitte

Es gibt genügend – und gute – Gründe, sich das Ergebnis der Berliner Demonstration vom vorigen Sonntag schönzureden. Am Ende hätte dann nur ein allzu banales Organisations- und Polizeiversagen daran Schuld getragen, daß ein adrett geplantes Fernsehbild der anständigen Nation verpatzt wurde.

Der Zug nach Maastricht steht auf dem Abstellgleis: Zwölf im Zwist

Wer jüngst noch vor dem europäischen Moloch warnte, hat jetzt Grund genug, sich völlig anderen Sorgen hinzugeben. Nicht die Allmacht der Europäischen Gemeinschaft droht, sondern ihre Ohnmacht; kein gleichmacherischer Superstaat dräut am Horizont, sondern die Zerfaserung des organisierten Europas in seine Einzelteile.

Zeitspiegel

Ob Klaus Kinkel in der kommenden Woche während seines Besuchs in Tunis auch PLO-Chef Arafat treffen wird, ist vorerst noch ungewiß.

Mahnwache für die Menschenwürde

Am Sonntag sind in Berlin dreihunderttausend Demonstranten zusammengekommen, um Zeugnis zu geben für die Unantastbarkeit der Würde des Menschen, für ein friedliches Zusammenleben von Deutschen und Ausländern, gegen die Gewalt und für den Anstand.

Zum Tode von Alexander Dubček: Menschlichkeit in der Politik

Triumph und Trauer hielten sich am Ende die Waage im Auf und Ab des Lebens von Alexander Dubček. Wie kein anderer ehemaliger Kommunist verkörperte er noch das "menschliche Gesicht" eines Sozialismus, als der sein Gesicht schon verloren hatte.

Warschau drängt, der Westen zögert: Polen in die Nato?

Merkwürdig, wie viele Landkarten in Polen hängen, dem Land, das andere so oft von der Landkarte löschen wollten. Artur Hajnicz, im Kriege Soldat; später Kommunist, seit 1980 dann Mitglied der Solidarnosc und im Studienzentrum des polnischen Senats tätig, weist auf die Karte in seinem Arbeitszimmer: "Polen ist das einzige Land der Welt, das in den vergangenen drei Jahren sämtliche Nachbarn ausgewechselt hat.

Afrodite handelt mit dem Tod

Sie nennen sie die "Petroleum-Königin von Petrič", und wie eine Königin führt sie sich auf: Afrodite Kalliakmanis, Griechin, 35 Jahre alt.

"Der Koran ist unsere Verfassung"

Die Revolution im Iran wie die Erfolge der Islamischen Heilsfront in Algerien, die Affäre Rushdie wie der Golfkrieg – für den Außenstehenden ist das Bild des Islam heute geprägt von Gewalt und Haß, die sich zum Krankheitsbild einer Gesellschaft fügen.

Wolfgang Ebert: Gute Deutsche

"Am Klima. An scheinbaren Bagatellen. In unserem alten Stammhotel bekamen wir trotz Vorbestellung diesmal nur ein kleines Mansardenzimmer mit Dachluke.

Bonner Bühne: Paradoxe Pharisäer

Was soll Björn Engholm auf dem SPD-Parteitag noch groß passieren, bei soviel Hilfe. Die Koalition steht hinter ihm, die Regierenden hoffen, so Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, "daß der SPD-Parteitag zu einem guten Ergebnis für Herrn Engholm kommt".

Schrott für die Welt

Durres, Albanien. An einer Ausfallstraße liegt das Gelände einer landwirtschaftlichen Kooperative. Zwei Hallen ohne Verputz, ein Bürogebäude, ein turmähnliches Gebilde – und ein Flachbau, den die staatliche Handelsgesellschaft Eksimagra als Lager nutzt: Kreuz und quer liegen dort rund dreißig Fässer mit Pestiziden aus Ex-DDR-Produktion, Giftklasse A 1.

BUCH IM GESPRÄCH: Extremismus ohne Hitler

Das Weihnachtsbuch für die Herren Lambsdorff, Solms, Kinkel, Möllemann und Gerhard kommt aus Österreich und ist dort mit gutem Grund und aus ständigem Anlaß der Sachbuchbestseller der Saison: "Haiders Kampf".

Die Telephonauskunft läßt ganze Ortschaften vom Erdboden verschwinden: Buchheim? – Nie gehört!

BUCHHEIM/EHINGEN. – Kann die Existenz eines Ortes allein dadurch bewiesen werden, daß irgendein Mensch behauptet, dort in einer Gastwirtschaft gesessen zu haben? Wäre es denkbar, daß jener Ort womöglich anderntags zusammen mit der Jacke jenes Menschen vom Erdboden verschwunden ist, nur weil uns die Telephonauskunft der Telekom dies weismachen will? Natürlich, wird der Leser an dieser Stelle einwerfen, ist es durchaus möglich, daß diese Welt nichts als der Traum eines schlafenden Hundes sei.

Definitives Signal

"Die Diskussion darüber, ob nun in Deutschland ein Staatsnotstand herrsche, ist unverständlich und überflüssig. Wenn ein Regierungschef behauptet, daß der Notstand da ist, dann ist das entweder richtig oder falsch.

Pflegeversicherung: Ärgerlich

Wieder einmal hat der pragmatische Hermann Rappe, Vorsitzender der IG Chemie, seine Kollegen im Deutschen Gewerkschaftsbund verärgert.

Lufthansa: Erfinderisch

Für den, der schon – fast – alles hat, könnte das ausgefallene Angebot als originelles Weihnachtsgeschenk in Frage kommen. Eine Stunde Vergnügen kostet 500 Mark mit der kleinen Piper Cheyenne oder sogar 650 Mark, wenn es im supermodernen Airbus A 320 stattfindet – das Simulatorfliegen in der Bremer Verkehrsfliegerschule der Lufthansa.

Der Handelskonflikt ist vermeidbar: Krieg um Raps

Merken wir noch, wie sehr wir uns bereits daran gewöhnt haben, die Gegenwart mit dem Beginn der dreißiger Jahre zu vergleichen? Es sind nicht nur die rechtsradikalen Horden in den Straßen, auch in der Wirtschaft wird erschreckend oft das Jahr 1929 beschworen.

U-Boot-Affäre: Skandalös

Die U-Boot-Affäre, die Mitte der 80er Jahre mit der ungenehmigten Ausfuhr von Bauplänen nach Südafrika begann, ist abgeschlossen.

Bonner Kulisse

Die Personalplanung der Regierung gerät durcheinander. So kürzte Finanzminister Theo Waigel die vorsorglich im Haushaltsentwurf veranschlagten Reserven für steigende Personalausgaben um rund eine Milliarde Mark, forderte zugleich aber den Bundestag auf, nicht noch mehr beim Personal einzusparen.

Wolfgang Hoffmann: Der Anfang vom Ausstieg

Schon die Tatsache, daß sich das ungleiche Duo an einem Tisch zusammenfand, war bemerkenswert. Aber auch die Botschaft, die der niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder und Hermann Krämer, Vorstandsvorsitzender des Stromriesen PreussenElektra AG (PREAG), vergangene Woche in einer gemeinsamen Erklärung verkündeten, hatte es in sich.

Widerstand der Kleinen

Noch gibt es acht Börsen in Deutschland; neben Frankfurt, wo siebzig Prozent des Umsatzes gemacht werden, bestehen Regionalbörsen in Düsseldorf, München, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Hannover und Bremen.

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