Kanadische Streifzüge – Seite 1

Beim Stichwort Kanada denken die meisten Menschen zuerst an Natur: Gebirge, Flüsse, Wildnis, Bären. Wer mehr Informationen haben will, braucht einen Reiseführer.

Der Polyglott-Verlag (in dem auch ein sehr guter "Großer Reiseführer" über Kanada und Alaska erschienen ist) hat sich diesmal auf Westkanada beschränkt: "British Columbia/Alberta".

  • Polyglott Reiseführer:

British Columbia/Alberta

München, 4. Aufl., 1992/93; 7,80 DM

Das schmale Bändchen paßt in jede Brust- oder Jackentasche, gibt eine knappe, aber nützliche Einführung zur kanadischen Geschichte und beschreibt in kurzen Kapiteln jeweils Land und Leute, Kunst und Kultur sowie die berühmten Nationalparks. Es folgen "Praktische Hinweise" von A bis Z, ehe die vier größten westkanadischen Städte, Vancouver, Victoria, Edmonton und Calgary, vorgestellt werden. Schließlich schlägt die Redaktion – Polyglott-Markenzeichen – sechs Reiserouten vor: Route eins eignet sich für Kanada-Einsteiger, Route sechs, weit über 4000 Kilometer lang, führt in den rauhen Norden und ist eher für Profis gedacht. Detailreiche Stadtpläne und Übersichtskarten zu den verschiedenen Reiserouten vervollständigen den Polyglott-Führer zu einem idealen Reisebegleiter für Touristen, die in drei oder vier Wochen Sommerurlaub im Mietwagen oder Wohnmobil Westkanada kennenlernen und sich dabei an die bekannteren Touristenziele halten möchten.

Wer dagegen "Baedekers Allianz-Reiseführer Kanada" von der ersten bis zur neunhundertundsechzigsten Seite durchgeackert hat, wird Mühe haben, unterwegs überhaupt noch etwas Neues zu entdecken – so ausführlich ist das in drei Abschnitte gegliederte Buch.

Kanadische Streifzüge – Seite 2

  • Baedekers Allianz-Reiseführer Kanada

Ostfildern, 1. Aufl., 1992; 960 S., 59,80 DM

Der erste Teil enthält allgemeine Informationen über Natur, Klima, Geschichte, Kunst und Kultur. Der folgende 150seitige Einführungsteil ist ausführlich, setzt aber, beispielsweise im Kapitel "Berühmte Persönlichkeiten", eigenwillige Prioritäten und ist nicht immer auf dem letzten Stand. Man fragt sich, welchem Kanada-Reisenden die Mitteilung nutzt, daß der Unternehmer Charles Bronfman im Jahre 1984 "direkt oder indirekt Vermögenswerte in Höhe von 38,5 Mrd. $" kontrollierte. Der Teil "Reiseziele von A bis Z", dem noch einige Routenvorschläge vorangestellt sind, wirkt durch die alphabetische Anordnung angenehm übersichtlich. Zu allen größeren Städten gibt es eine Übersichtskarte und einen Innenstadtplan. Der dritte Teil bietet dann – ebenfalls alphabetisch geordnet – "Praktische Informationen", die über alles Wissenswerte informieren. Nur der Umrechnungskurs für den kanadischen Dollar ist mit 1,63 Mark hoffnungslos veraltet. Zum Baedeker gehört außerdem eine Reisekarte von Kanada, auf der man rasch die entsprechenden Orte finden kann.

Abzuraten dagegen ist von einem weiteren Kanada-Buch, das bereits 1990 erschienen ist: dem "Berlitz Reiseführer Kanada".

  • Berlitz Reiseführer Kanada

Falk-Verlag Hamburg, 256 S., 16,80 DM

Er hat zwar den Vorteil, daß er ebenfalls klein und handlich ist und (nach den üblichen Einführungskapiteln) ganz Kanada, nach Provinzen gegliedert, vorstellt. Doch obwohl Sehenswürdigkeiten halbfett hervorgehoben und außerdem durch ein kleines Männchen mit Reisetasche und -führer gekennzeichnet sind, bleibt das Ganze eher unübersichtlich. Illustriert ist das Buch mit Instamatic-Urlaubsschnappschüssen. Immerhin ist der Berlitz-Reiseführer der einzige seiner Art, der einen Schnellkursus in Englisch und Französisch anbietet – für Urlauber, die ganz unvorbereitet reisen: "Was bedeutet das? Ich verstehe nicht. Bitte schreiben Sie es auf. Danke. Bitte."

Stefan Schreiber