Von David Feldman

Warum tragen Matrosen Glockenhosen?

Niemand weiß genau, wann und warum sich diese Mode durchsetzen konnte. Die drei wichtigsten Theorien sind:

1. Das ausgestellte Hosenbein paßt leicht über Stiefel: Da Seemänner traditionell beim Schlafen ihre Stiefel neben das Bett stellen, verlieren sie im Notfall keine Zeit damit, ihre Hosen über das Schuhwerk zu zerren. Wenn die Hose über die Öffnung der Stiefel hängt, sind die Seemannsfüße auf Deck außerdem besser vor Gischt und Regen geschützt.

2. Hosenbeine in Glockenform lassen sich leicht aufkrempeln. Da Matrosen oft mit Chemikalien arbeiten, beispielsweise wenn sie das Deck mit Lauge schrubben, bleibt eine aufgerollte Hose eher vor Schäden bewahrt. Darüber hinaus können Glockenhosen leicht bis über das Knie aufgerollt werden, wenn Seemänner an Land waten.

3. Wenn ein Seemann über Bord geht, kann er seine Glockenhosen leichter ausziehen als eine gewöhnliche Hose. Außerdem erleichtert das ausgestellte Hosenbein das Ausziehen der Stiefel im Wasser.

Matrosen bekommen im Segeltraining noch eine weitere praktische Anwendung mitgeteilt: Wenn sie die Hosenbeine am Ende fest zusammenknoten, bleibt in den Glockenhosen eine Menge Luft. Im Handumdrehen lassen sie sich so als eine Art Rettungsring nutzen.