Der erste Angstmacher war natürlich Gott selber, gebot er doch Moses (Lev. 19, 32): "Fürchte dich vor deinem Gott!" Damit wurde er zum Ahnherrn einer Branche, die sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem blühenden Gewerbe mit auch heute erfreulichen Wachstumschancen entwickelt hat.

Dazu Dr. Protzdau von der Firma Angst & Zitter: "Wir sind auf die Angsterzeugung spezialisiert und decken den unersättlichen Angstbedarf unserer Kunden. Wir entwerfen Strategien und Szenarien, verkaufen heiße Tips und Anregungen, wie man potentielle Ängste in Panik verwandeln kann und produzieren Gerüchte, die den Bürgern Schauer über den Rücken jagen. Zu unserem Arbeitsmaterial gehören aufgebauschte, getürkte Horrorzahlen."

Ich wollte wissen: "Wirkt sich die Rezession irgendwie auf Ihren Absatz aus?"

"Nur auf die angenehmste Weise, Wirtschaftskrisen sind Wasser auf unsere Mühlen. Allerdings: Das ‚Goldene Zeitalter‘, der Kalte Krieg, als der militärisch-industrielle Komplex uns dringend brauchte, um aus verschreckten Steuerzahlern Milliardenbeträge herauszukitzeln, ist wohl leider endgültig vorbei."

"Bekamen Sie keine Angst, daß nun der Angstbedarf nachlassen könnte?"

Dr. Protzdau räumte ein: "Zunächst ja, vor allem, als alle Welt von Abrüstungsgefahr, Friedensdividende und Neuer Weltordnung faselte. Unsere Sorgen wichen erst, als uns der Zerfall der UdSSR neue günstige Geschäftschancen bot, nämlich Angstbedarf auf regionaler Ebene."

"Gibt es auch einen Markt für Umweltängste, Beispiel Ozonloch?"