Gegenwärtig liegen vier Bände von Friedhofsführern vor, die – Zufall oder nicht? – allesamt Begräbnisstätten in Berlin vorstellen. Anders als die meisten Bücher zu vermeintlichen Modethemen gerieten sie jedoch nicht zu lieblosen Schnellschußprodukten. Sie sind eine anspruchsvolle Mischung aus kulturgeschichtlichem Kompendium, Bildband und eben auch handlichem Reiseführer. Das gilt vor allem für die drei schmalen, aber überaus informativen Wegweiser von

  • Wolfgang Gottschalk: Südwestfriedhof Stahnsdorf Garnisonsfriedhof und Invalidenfriedhof. Die Friedhöfe der St.-Hedwigs-Gemeinde zu Berlin

Dirk Nishen Verlag, Berlin 1991 und 1992; je 64 S., 9,80 DM

Allen, die die vielfältige und geschichtsträchtige Berliner Friedhofskultur entdecken wollen, bieten diese drei Führer einen repräsentativen Querschnitt. In kurzen, gut lesbaren Kapiteln informiert Gottschalk über die historische Entwicklung, die gärtnerische und architektonische Gestaltung der Friedhöfe und über besonders bemerkenswerte Grabstätten. Alle Bände wurden mit zahlreichen Farb- und Schwarzweißphotographien ausgezeichnet bebildert. Besonders lobenswert sind die Namensregister und die beigelegten Lagepläne, die die Orientierung auf den großflächigen Arealen erleichtern und bestimmte Grabstätten schneller finden helfen.

Voller Geschichte und doch höchst aktuell ist der soeben erschienene Friedhofsführer von

  • Rosemarie Köhler/Ulrich Kratz-Wahn: Der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee

Haude & Spenersche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1992; 192 S., 24,80 DM