Stadtstreicher und Wildschweine

Als kürzlich in der Nähe von Potsdam ein Wildschwein mit Halsband und Ohrmarke (Aufschrift: "Wildforschung Oberammergau") gesichtet wurde, dachte man zunächst an eine Zuwanderung aus Bayern. Doch weit gefehlt: Bei dem Ausreißer handelte es sich um ein Tier, das nach dem Fall der Mauer aus dem Grunewald herbeigetrottet war. Dort hatte just zu dieser Zeit Uwe Dinter von der Wildbiologischen Gesellschaft München das Leben der Wildschweine in stadtnaher Umgebung untersucht. Unter anderem mit Hilfe kleiner Radiosender wollte er herausfinden, wie die Tiere in dem Erholungsgebiet ihre Ruhe finden. Dabei stieß er auf eine ungeahnte Konkurrenz zwischen Wildschweinen und Stadtstreichern. Seine eigens zum Zwecke des Wildschweinfanges konstruierten Fallen waren des öfteren von Zweibeinern als Nachtquartier genutzt worden, die leere Bier- und Weinflaschen hinterließen.

Deutsche Flamingos

Vier Küken hat eine Gruppe von 31 wildlebenden Flamingos in diesem Jahr aufgezogen, die im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn an der deutsch-holländischen Grenze westlich von Münster seit zehn Jahren den Sommer verbringen (New Scientist, Bd. 1841, S. 4). Wie die ersten sechs Flamingos dorthin gelangten, ist bis heute nicht geklärt; da es sich um eine chilenische Art handelt, sind sie vermutlich einem privaten Züchter entflohen. Die kleine Kolonie bildet die nördlichste Population von Flamingos auf dem Globus.