Hitzeschild in Zellen

Wenn es Zellen zu heiß wird, droht ihrem Eiweiß die Zerstörung. Um dies zu verhindern, stellen die Zellen aller Lebewesen bei Temperaturstreß vermehrt Hitzeschockproteine her. Einen Wirkmechanismus dieser Proteine ermittelte nun eine Forschergruppe vom Sloan-Kettering Institute in New York (Science 1992, Bd. 258, S. 995) am Beispiel des Hitzeschockproteins Hsp 60, das bei Temperaturstreß in den Energiekraftwerken der Zellen auftaucht. Es soll sich an zelluläre Eiweiße binden, deren dreidimensionale Faltung sich lockert. Die Umarmung schützt die hitzeempfindlichen Eiweiße davor, daß sie verklumpen. Läßt der Hitzestreß nach, hilft Hsp 60, die Eiweiße erneut korrekt zu falten, oder schickt sie, wenn dies nicht gelingt, zum endgültigen Abbau.

Natürlicher Rohrreiniger

Der Extrakt des afrikanischen Seifennußbaums (Phytolacca dodecandra) könnte möglicherweise die Wasserleitungen rund um die amerikanische Seenplatte vor einer Invasion von Muscheln bewahren. Seit die Zebramuschel (Dreissena polymorpha) in den achtziger Jahren von europäischen Schiffen eingeschleppt wurde, müssen Wasserwerke viele Millionen Dollar aufwenden, um verstopfte Rohre zu reinigen. Als Aklilu Lemma, ein äthiopischer Parasitologe, im vergangenen Jahr eine Auszeichnung der Universität Toledo (Ohio) erhielt und von der Muschelplage erfuhr, kam ihm die Idee, den in Äthiopien als Schneckengift bekannten Extrakt an Zebramuscheln auszuprobieren. Der Erfolg erster Experimente läßt die Forscher nun hoffen, der Plage Herr zu werden.

Anti-Wal-Hammerwerk

Neuerdings versenken Kabeljau-Fischer an der Küste Neufundlands beim Ausbringen ihrer Netze lärmende, batteriegetriebene Geräte, deren Geräusche an Schläge eines Hammers auf dem Amboß erinnern, meldet das National Geographie Magazine (Bd. 182, Heft 5 Earth Almanac). Die Fischer wollen mit dem Lärm Buckelwale von ihren Netzen vertreiben. Allein im vergangenen Jahr kollidierten rund 1300 Meeressäuger mit den Fangvorrichtungen und verursachten einen Schaden von etwa einer Million Dollar. 137 Wale verstrickten sich für längere Zeit in den Maschen, 15 verendeten kläglich.

Theorie der nassen Wäsche

Wäsche auf der Leine trocknet von oben nach unten. Weil das Wasser hinabfließt? Falsch, behauptet der dänische Mathematiker Erik B. Hansen in einem Fachjournal für Mathematik. Die Schwerkraft, die auf das Wasser wirkt, wird von Kapillarkräften ausgeglichen. Was nach unten sinkt, ist indes die Luft, die das nasse Textil umgibt, denn sie ist kühler. Im Sinken nimmt sie Wasserdampf mit, um so weniger, desto gesättigter sie ist – unten also am wenigsten. Hansen entwarf ein mathematisches Modell, errechnete Prognosen und prüfte sie anhand eines nassen T-Shirts. Die Versuchsergebnisse hätten nur deswegen nicht genau zur Theorie gepaßt, weil sein Modell den Vorgang vereinfacht habe.