Daß am Weißwurstäquator keine weißblauen Zollschranken mehr stehen, ist den Bajuwaren ein rechter Graus. Können so doch Preußen und andere Ausländer scharenweise einfallen und sich zum Nulltarif an der schönen Natur des Alpenlandes laben. Nachdem sogar die EG-Schlagbäume weggeräumt worden waren, war das Maß voll. Die Bayern mußten handeln – und hatten eine Idee: Wer im idyllischen Reit im Winkl oder in Balderschwang die Langlauf-Brettl anschnallt, wird jetzt zur Kasse gebeten – vier bis fünf Mark Loipenzoll pro Tag sind fällig.

Den Trick haben die Bajuwaren ihren Stammesbrüdern in Österreich abgeschaut – vereint im gemeinsamen Interesse, möglichst viele der auf billiges Vergnügen hoffenden Schmalspurtouristen abzuschrecken. Diese sprechen nicht nur das verhaßte Preußisch, neuerdings werden sogar sächselnde Loipengänger gesichtet. Doch wer brav seinen Obolus zahlt, darf weiterrutschen – ganz im Geiste der liberalen Tradition. dhl