DIE ZEIT

Mühsam über den Berg

Falls es überdies darum ging, eine parteiinterne Balance in einer hochkomplizierten Frage zu finden, denn Grundrechte ändert man ja nicht nach Tageslaune, dann ist das Ziel gleichfalls erreicht.

Nachruf

Nach vierzig Tagen haben die Erlanger Ärzte die Versuche, die sie fortschrittsfreudig als eine Expedition ins medizinische Neuland bezeichnet haben, aufgeben müssen.

Zeitlese

Moskauer Wohnungen haben ihre Tücken, auch die kleine Erdgeschoßwohnung des russischen Ministerpräsidenten Jegor Gajdar. Seit Wochen schon fließt kein heißes Wasser aus den Hähnen.

Der Krieg, der nicht enden kann

Das gilt auch für den Waffenstillstand, der am Donnerstag der vergangenen Woche in Kraft trat. Zuvor noch hatte der Befehlshaber der Uno-Truppen in Bosnien-Herzegowina, der französische General Philippe Morillon, von einem "historischen Treffen" gesprochen.

Wolfgang Ebert: Angst und Schrecken

Der erste Angstmacher war natürlich Gott selber, gebot er doch Moses (Lev. 19, 32): "Fürchte dich vor deinem Gott!" Damit wurde er zum Ahnherrn einer Branche, die sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem blühenden Gewerbe mit auch heute erfreulichen Wachstumschancen entwickelt hat.

Ben Witter: Angetippt

Wenn es ums Altern geht, muß man genau sein, denn der Tod zählt schon mit. Alte sollten nicht weniger tun als Junge, egal, was die Gewerkschaften dazu sagen: Geist braucht Training, und was weiter unten ist, zieht dann auch mit.

Bonner Bühne: Zäng ussenander

Vermutlich gab er den Stups, der die Lawine ins Rollen brachte: Micha Brumlik aus der Jüdischen Gemeinde Frankfurt regte als erster an, vor dem Parteitag der SPD eine Großdemonstration zur Beibehaltung des Artikels 16 zu veranstalten.

Generalintendant Wolfgang Gönnenwein wollte als Musiker die Politik dirigieren: Aufstieg und Fall eines Prinzipals

STUTTGART. – Wolfgang Gönnenwein liebt mehr die Theatralik als das Theater. Und Kammertheater mag er gar nicht. Seinen großen Gesten ließ er nun die größte folgen: Mit seinem Rücktritt vom Posten des Generalintendanten der Stuttgarter Staatstheater hat er wahrscheinlich bewußt bis Freitag, den dreizehnten, gewartet; Künstler sind schließlich abergläubisch.

Am Gürtel herumfummeln

"Bei uns gibt es etwa 500 bis 600 aktive Rechtsradikale sowie einen großen Kreis von Sympathisanten. Wir können jetzt nicht mehr nur sagen: Wehret den Anfängen.

Das Schulden-Karussell

Unter dieser Last werden noch die Enkel unserer Kinder stöhnen: Die seit 1990 auf Pump finanzierten Kosten der deutschen Vereinigung wachsen immer weiter, statt begrenzt oder gar abgetragen zu werden.

Bayern: Ideenreich

Daß am Weißwurstäquator keine weißblauen Zollschranken mehr stehen, ist den Bajuwaren ein rechter Graus. Können so doch Preußen und andere Ausländer scharenweise einfallen und sich zum Nulltarif an der schönen Natur des Alpenlandes laben.

Daimler-Benz: Ungewohnt

Frohlocken kann Edzard Reuter, Chef des Daimler-Benz-Konzerns, kaum über die Hiobsbotschaften, die von der Autotochter Mercedes kommen: Weltweit stehen 125 000 unverkaufte Wagen herum; der Gewinn schrumpft; Feierschichten und Kurzarbeit stehen an.

Bonner Kulisse

Thomas Fues, Mitarbeiter der Organisation Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung, hat unbekannte Rüstungsgeschäfte aufgedeckt.

Wohnungen: Realitätsfern

Als ob der Mann nicht schon genug zu tun hätte – Finanzminister Theo Waigel will möglichst schnell Hunderttausende von Wohnungen in Ostdeutschland privatisieren.

Abschwung West – Aufbau Ost: Staat, Tarifpartner und Bundesbank müssen endlich Antworten geben: Guter Rat darf nicht teuer sein

Noch vor wenigen Wochen schienen ein baldiges Ende der Stagnationsphase und ein Konjunkturaufschwung 1993 möglich. Doch nun müssen wir eingestehen: Die Erholung der Weltkonjunktur – als Voraussetzung für einen Exportanstieg – läßt weiter auf sich warten; die aktuellen Konjunkturindikatoren zeigen deutlich nach unten; das Investitionsklima hat sich abgekühlt; die Konjunktur wird bis weit in das nächste Jahr stagnieren; je nach Weltkonjunktur und eigener Finanz-, Lohn- und Geldpolitik ist eine Rezession nicht mehr auszuschließen.

Rudolf Engen: Spare in der Not

Immer wenn die Bundesregierung zwischen Milliardenlöchern, Schuldenbergen und Gerechtigkeitslücken den richtigen Weg zu den blühenden Landschaften im Aufschwung nicht mehr findet, wendet sie sich wegen konzeptioneller Hilfe an die Europäische Management- und Marketing-Agentur (EMMA).

Markt-Report: Gegen den Strom

Relativ gelassen haben die Börsianer das Gutachten der "Fünf Weisen" über die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland aufgenommen.

Rezenion: Eigensüchtige Fremdenliebe

Für den Kampf gegen Fremdenhaß reichten Hans-Ulrich Lindenberg leichte Waffen: Gerüstet mit Pinsel und Farbe, zog der Klöckner-Vorstand im vergangenen November auf das Kantinenklo des Bremer Stahlwerks.

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