Für Schlagzeilen aus dem gehobenen Personalwesen hat der Hamburger Bauer-Verlag nie gesorgt. Zusammen mit dem Eigentümer-Verleger Heinz Heinrich Bauer stand das Triumvirat Peter Heidenreich, Konrad Wiederholz und Gerd Bölls viele Jahre für eine überaus erfolgreiche Kontinuität. Doch nun liefert das effiziente Spitzenquartett die Überraschung der Branche: Gerd Bolls, seit 1969 im Verlag, wird Ende des Jahres seinen Dienst an der Hamburger Burchardstraße quittieren. Damit wird ein wichtiges Ressort in der Bauer-Geschäftsführung vakant: Anzeigen, Vertrieb und elektronische Medien. Die Gründe, so läßt der Verlag mitteilen, liegen in unterschiedlichen Auffassungen zwischen Bölls und seinem Verleger.

Vor allem aber ist der Grund wohl in einem besonders schönen Angebot eines Konkurrenz-Verlags zu finden: Mitte nächsten Jahres wird Gerd Bölls Mitglied der Burda-Holding. Hubert Burda, der sich neben seiner Eigenschaft als Verleger und Mannschaftsführer selbst um Vertrieb und Anzeigen kümmert, will diesen Job dann dem erfahrenen Profi Bölls überlassen. Ein guter Griff – wenn Burda und sein neuer Mann auf einer Wellenlänge bleiben.

Während die Konjunktur lahmt, kann die Reklamezunft noch nicht klagen. Wie der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in Bonn verkündete, werden die gesamten Werbeinvestitionen am Ende dieses Jahres mit fast 45 Milliarden Mark um gut sechs Prozent höher liegen als im Vorjahr. Noch besser weg kommen die Medien als Werbeträger: Sie werden laut ZAW ihre Nettowerbeeinnahmen um stolze neun Prozent auf insgesamt 29,4 Milliarden Mark steigern. Doch die Zahlen täuschen. Zum einen geht die Inflation der Titel bei den Publikumszeitschriften unvermindert weiter. Zum anderen ziehen über zwanzig TV-Sender – sie konnten im vergangenen Jahr am meisten zulegen – ihre Programme immer mehr in die Länge. Die Folge: Der Kuchen wird mit wachsendem Aufwand hereingeholt und muß auf mehr Esser verteilt werden. Im kommenden Jahr wird der Verteilungskampf noch härter: Die Gesamtbranche rechnet nur noch mit vier Prozent Zuwachs.

Der staatliche französische Versicherungskonzern AGF hat es eilig, bei der Aachener und Münchener Beteiligungs-AG (AMB) das Heft in die Hand zu nehmen. Am 30. Dezember, zu einem für eine Hauptversammlung ungewöhnlichen Zeitpunkt, sollen die AMB-Aktionäre die Übertragung der von den Franzosen gehaltenen vinkulierten Namensaktien absegnen und die AGF damit als Inhaber einer Sperrminorität von gut 25 Prozent bestätigen. AGF-Präsident Michael Albert konnte AMB-Aufsichtsratschef Helmut Gies sogar für den Plan gewinnen, in der für diesen Dienstag anberaumten Sitzung des Aufsichtsrates seinen Spitzenmanager Claude Tagger in den AMB-Vorstand wählen zu lassen – ein für einen Minderheitsaktionär höchst ungewöhnlicher Vorgang.

Gegen diesen Plan opponierte vor allem die mit zwanzig Prozent beteiligte italienische Versicherung La Fondiaria. Taggers Zuwahl verbiete sich allein deshalb, weil er beim geplanten Verkauf von BfG-Anteilen aus dem Besitz der AMB an die AGF (einem Zwischenschritt beim Verkauf der BfG-Mehrheit an den Crédit Lyonnais) zwangsläufig in einen Interessenkonflikt geriete. Außerdem würde das Votum der Aktionäre präjudiziert.

Reibungslos dürfte die Hauptversammlung ohnehin nicht über die Bühne gehen. So ist nach Ansicht des Bonner Aktienrechtlers Marcus Lutter eine 75-Prozent-Mehrheit erforderlich, um die Pläne des AMB-Vorstands abzusegnen. Selbst wenn diese zustande käme, was zweifelhaft ist, muß mit Anfechtungsklagen einzelner Aktionäre gerechnet werden.

Als Weihnachtsgeschenk wäre die Box gerade recht gekommen. Vier Beatles-CDs für nur 29,95 Mark mit Songs aus den Jahren 1962 bis 1965 sollten in den fast 14 000 Tchibo-Filialen vor den Feiertagen das Geschäft ankurbeln. Doch da spielten Paul McCartney und die deutsche Hüterin der Beatles-Rechte, die EMI Electrola in Köln, nicht mit. Die von EMI bereits Ende Oktober erwirkte einstweilige Verfügung gegen die Hamburger Kaffeeröster, die ihnen den Vertrieb der "Limited Edition" untersagte, wurde jetzt vom Landgericht Köln bestätigt. Paul McCartney höchstselbst hatte schriftlich gegen die unautorisierte Veröffentlichung von Bildern und Songs protestiert.