Der Staat Slowenien, im einstigen Jugoslawien die nördlichste Republik, will Urlauber mit speziellen Angeboten ins Land locken.

Das Bonner Auswärtige Amt hat es offiziell immer wieder bestätigt: Man kann gefahrlos in alle Teile Sloweniens reisen. Doch der Verdacht liegt nahe, daß Slowenien gelegentlich mit Slawonien verwechselt wird, weil es so ähnlich kling:. Wer macht sich schon die Mühe, den neuen eigenständigen Staat, in dem es seit dem Zehntagekrieg im Sommer 1991 völlig ruhig ist, auf der Landkarte zu suchen?

Den Begriff "Jugoslawien", über vierzig Jahre auch touristisches Markenzeichen für preisgünstige Ferien, vor allem an der Adria, haben Krieg, Flüchtlingselend und Konzentrationslager ruiniert.

Vom alten Image loszukommen und gleichzeitig ein werbewirksames neues zu definieren, sehen Touristiker in dem jungen Staat als ihre vorrangige Aufgabe an. "Slowenien – Auf der Sonnenseite der Alpen", so lautet deshalb der neue Slogan.

Um und ein zukunftsweisendes Konzept zu beraten, trafen sich Ende Oktober Fachleute unter Leitung des slowenischen Tourismusministers Janez Sirše in Ljubljana. Dabei stellte sich heraus, daß die Saison 1992 besser gelaufen ist, als man gedacht hatte: Man rechnet damit, 65 Prozent der Übernachtungszahlen des Jahres 1990 erreichen zu können. Die Gäste waren vorwiegend Einheimische, Italiener, Österreicher und Deutsche (ehemals die Nummer eins). Für 1993 rechnet das Tourismusministerium mit einer Normalisierung, auch in der Zusammenarbeit mit deutschen Reiseveranstaltern. Zum Beispiel haben TUI, ITS, NUR, Hetzel und der ADAC das Reiseland Slowenien wieder in ihr Programm aufgenommen.

Die Analyse zur Entwicklungsstrategie deckte auf, daß das touristische Angebot noch nicht den international geltenden Maßstäben angepaßt ist. Fast alle Hotels entsprechen nur der mittleren oder unteren Kategorie.

Die Stärke des slowenischen Tourismus beruht auf der Vielfalt der Natur auf kleinstem Raum und dem historisch gewachsenen multikulturellen Erbe des slawischen Landes, in dem Deutschstämmige, Ungarn und Italiener ihre Spuren hinterlassen haben. Die drei Grundpfeiler des Erholungstourismus sind die Adriaküste im Südwesten (Portorož und Umgebung), die alpine Bergwelt im Nordwesten (Bled) und die Thermalheilbäder in der Pannonischen Ebene. Als weitere interessante Regionen in dem zwei Millionen Einwohner zählenden Land, das nur halb so groß wie die Schweiz ist, gelten die Karstlandschaft mit ihren Höhlen (Postojna), das hügelige Rebenland um Maribor oder die in ihrem Stadtbild denkmalgeschützten Orte Piran, Ptuj und Skofja Loka.