Frohlocken kann Edzard Reuter, Chef des Daimler-Benz-Konzerns, kaum über die Hiobsbotschaften, die von der Autotochter Mercedes kommen: Weltweit stehen 125 000 unverkaufte Wagen herum; der Gewinn schrumpft; Feierschichten und Kurzarbeit stehen an.

Das ist bitter und ungewohnt für die Mercedes-Manager, die immer noch für beinahe siebzig Prozent des Konzernumsatzes verantwortlich sind. Reuter und seine Mannen haben aber auch etwas Gutes an der Malaise entdeckt und verkaufen sie als Rechtfertigung für den im Unternehmen immer noch höchst umstrittenen Kurs weg vom Auto – hin zum Technologiekonzern. Die Parole heißt: Seht her, das haben wir schon Mitte der 80er Jahre vorhergesehen. Doch damit wird dem Publikum etwas vorgegaukelt.

Wie der Erzrivale BMW demonstriert, lassen sich im Automarkt immer noch erstklassige Geschäfte machen. Tatsächlich muß Mercedes für eine falsche Modellpolitik büßen. Die Modelle sind viel zu lange auf dem Markt, in der Oberklasse zu klobig – und auf jeden Fall zu teuer.