Von David Feldman

Warum ist die Haut an den Fingerknöcheln faltig – an den Knien aber nicht?

Diese Frage bekamen wir von der Klassenlehrerin Judith Bambenek im Namen eines ihrer Schüler zugeschickt.

Harry Arnold, ein herausragender Dermatologe, erklärte sich freundlicherweise bereit, dieses Rätsel aufzuklären: "Ausgestreckt benötigen die Fingerknöchel genug Haut, damit sie sich problemlos um ungefähr hundert Grad beugen lassen. Die Knie haben ebenfalls Hautfalten – sie erstrecken sich nur über eine weitaus größere Fläche, so daß sie weniger auffallen."

Die Redaktion ist manchmal erstaunt, wie weit unsere Quellen sich im Namen der Wissenschaft opfern, um den gestellten Rätseln auf den Grund zu gehen. Im Falle des Dermatologen Samuel T. Seiden bestand dieses Opfer im Entkleiden. Er hat nämlich eine spekulative, aber überaus faszinierende anthropologische Theorie, mit der er die Knie-Finger-Disparität erklärt: "Ich mußte meine Schuhe und Socken ausziehen, um meine These zu überprüfen, aber interessanterweise stellte ich fest, daß die Haut an den Zehen ebenfalls nicht sehr faltig ist. Die Haut über unseren Ellenbogen wiederum ist runzelig, aber nicht in dem Maße, wie die Haut an den Fingerknöcheln faltig ist. Meine Erklärung für die Falten also ist, daß unsere Vorfahren im evolutionären Sinn auf den Fingern gegangen sind – genau wie es die Affen heute noch tun. Die Falten sind am deutlichsten über den mittleren Knöcheln, den rumpfnahen mittleren Verbindungsgliedern, auf die Affen den größten Teil ihres Gewichts stützen, wenn sie laufen. Einige Menschen haben hier von Geburt an verdickte Haut, die ‚Knöchel-Polster‘ genannt wird. Die Polster sind vermutlich ein weiterer Hinweis auf ihre Vorfahren, die Affen."

Wir sind überzeugt, daß Sie dies gern zur Kenntnis nehmen.

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