Etwa 40 000 verwilderte Katzen leben in Dresden, informiert der Leiter des Dresdner Tierheimes in Kaditz, Uwe Jacob. Die hohe Katzenzahl gründe sich vor allem in Betriebspleiten und dem Abzug der GUS-Truppen. Niemand kümmert sich mehr um die einst gehätschelten Firmen- oder Soldatenkatzen, wenn Betriebe und Kasernen dichtmachen. Sie verwildern. Und dann kann ein Katzenpaar "in 10 Jahren theoretisch bis zu 10 Millionen Nachkommen haben", zitiert Jacob Fachleute. Erbarmungsloser Verdrängungskampf und Krankheiten verhindern allerdings, daß dieses Szenario Praxis wird.

Die Zahl der Katzen wird zur Gesundheitsgefahr für den Menschen. Sie übertragen nicht nur die Tollwut, sondern auch den gefährlichen Fuchsbandwurm. Und viele Menschen ekeln sich einfach vor den oft krank aussehenden Tieren. Andere sind einfach nur genervt.

"Mit einer Reduzierung der Population auf ein Viertel kann man die Gefahren für den Menschen schon begrenzen", meint Jacob. Aber das Tierschutzgesetz verbiete, die Katzen zu töten. Sterilisation heißt die Lösung.

Aus einem Artikel von Lutz Bittner, erschienen in der "Sächsischen Zeitung"