DIE ZEIT

Die Gewalt gegen Ausländer in Deutschland nährt Ängste der Juden. Das merkte auch Klaus Kinkel in Jerusalem: Die Empörung weicht der Sorge

Die Nachrichten aus dem deutschen Alltag werden schlimmer, sie künden von wachsender politischer Brutalität. Die vielen Berichte über Opfer rechtsextremistischer Gewalttätigkeit sind eine höhnische Antwort auf die fromme Botschaft der Regierenden, die souveräne, vereinigte Republik habe einen Anspruch darauf, als völlig normales Mitglied der Völkergemeinschaft betrachtet zu werden.

Zeitspiegel

"Konrad", sprach Freund Schulz/MdB zu Freund Weiß/MdB, "Konrad, es tut mir weh. Du beurteilst, was du nicht verstehst." Öffentlicher Streit im Bündnis 90: Die schreibende Zunft beim Pressefrühstück im Berliner Reichstag war begeistert, auch wenn es gewissermaßen gegen einen der Ihren ging.

Weizsäcker in Mexiko: Bürden

Frühmorgens um sieben, noch vor dem Auftakt seines Staatsbesuches in Mexiko, holte den Bundespräsidenten die Nachricht von den Morden zu Mölln ein.

Wolfgang Ebert: Große Maulschau

Ich bin der Kellner Wenzel von der Wirtschaft "Zum Deutschen Adler" in Bistrup. Der Stammtisch da drüben mit dem Reichskriegswimpel gehört zu meinem Revier.

Bonner Bühne: Trüber November

Fast wirkte es wie ein glücklicher Umstand, daß die Sitzung wegen Schwierigkeiten bei der Tonübertragung unterbrochen und schließlich ins alte Wasserwerk zurückverlagert wurde, als das Parlament am Dienstag mit seiner Haushaltsdebatte beginnen wollte.

Der Außenminister verbot Waffenexporte an den Irak. Der Handelsminister antichambrierte in Bagdad. Der Geheimdienst warnte vor Saddam. "UK Ltd." lieferte. Der Regierung in London droht jetzt ein "Irakgate": Die Werkzeuge des Schlächters

Es war eine kalte Nacht, und die Heizungen in den mit Fähnchenreihen geschmückten Räumen des Tobacco Dock, eines der ansehnlicheren Gebäudemonster im Londoner Hafenviertel, waren voll aufgedreht, um die illustren Gäste der Sunday Times-Weihnachtsfeier warm zu halten.

BUCH IM GESPRÄCH: Weißwäscher am Werk

Einer sucht Streit. Ein junger Historiker rechnet ab mit der politischen Klasse der alten Bundesrepublik und mit den im Streit der Intellektuellen tonangebenden Generationen, deren Weltbild spätestens mit der Wiedervereinigung Schiffbruch erlitten haben soll.

Thüringen hat noch immer keine Verfassung: Dauernde Aufgabe

ERFURT. – Ein Landesamt für Verfassungsschutz hat Thüringen schon längst – nur noch keine Verfassung. Mehr als zwei Jahre nach der Wiedervereinigung versucht ein Landtagsausschuß noch immer, die von den fünf Fraktionen vorgelegten fünf Entwürfe zu einem gemeinsamen Papier zusammenzufassen.

Schuld abtragen

"Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist für mich in der Prioritätenliste weit oben. Wer für sich selbst erkennt, wie sehr er in das DDR-Regime eingebunden war und es auch gestützt hat, dem wird mit dieser Erkenntnis vielleicht auch zur notwendigen Geduld verholfen.

Die Katzen der Russen

Etwa 40 000 verwilderte Katzen leben in Dresden, informiert der Leiter des Dresdner Tierheimes in Kaditz, Uwe Jacob. Die hohe Katzenzahl gründe sich vor allem in Betriebspleiten und dem Abzug der GUS-Truppen.

Einer gegen alle

Seit Monaten wartet Europa auf den erlösenden Satz: "Es wird keinen Handelskrieg mit den USA geben." Als am vergangenen Freitag die beiden EG-Kommissare Frans Andriessen und Ray Mac Sharry vor ihre eilends zusammengetrommelten Kommissionskollegen traten, hatten sie es geschafft.

Welthandel: Endspurt bis Silvester: Raps und der Rest

Nun gibt es doch noch eine Chance für die Liberalisierungsgespräche im Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (Gatt). Monatelang hatten Europäer und Amerikaner um Weizen und Raps gestritten, dafür sogar einen Handelskrieg riskiert.

Trinkwasser: Blamage

Seit Jahren wirft die EG-Kommission den Deutschen vor, eine Richtlinie zum Schutz des Trinkwassers nicht mit Sorgfalt umzusetzen.

Bonner Kulisse

Gegen die angebliche Regelungswut der Brüsseler EG-Bürokratie hat sich Bundeskanzler Helmut Kohl noch auf dem vergangenen Gipfel der Gemeinschaft in Birmingham eingesetzt.

Bundesbank: Einsicht

Helmut Schlesinger hat bereits aufgegeben. Der Bundesbankpräsident kann den Kampf gegen das starke Wachstum der Geldmenge in diesem Jahr nicht mehr gewinnen.

Ozonkonferenz: Scheinsieg

Eigentlich brauchte man über den Stoff mit dem fast unaussprechlichen Namen Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) gar kein Wort mehr zu verlieren.

Jean-Baptiste Say postulierte die Stabilität der Marktwirtschaft. Überproduktion konnte er nicht erklären: Alles pendelt sich ein

Was kann einen jungen französischen Kaufmannssohn Ende des 18. Jahrhunderts veranlassen, nach England zu reisen, um das Aufblühen von Gewerbe und Handel im Zeichen der industriellen Revolution zu studieren? Neugier, Abenteuerlust? Vor allem war es wohl der Wunsch des Vaters, der den knapp Zwanzigjährigen, 1767 in der Nähe von Lyon geborenen Jean-Baptiste Say bewog, seine Koffer zu packen und den Ärmelkanal zu überqueren, um sich in einem kleinen Dorf in der Nähe Londons einzumieten.

Markt-Report: Warten auf die Banken

Der vorsichtige Optimismus, der in den vergangenen Wochen in den deutschen Börsensälen herrschte, ist verschwunden. Der Deutsche Aktienindex (Dax) fällt deutlich nach unten.

Manager und Märkte

Geldinstitute: neue Mutter für SMH-Bank? Ölmultis: billiger mit der Bahn Umweltschutz: hohe Gewinne möglich

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