Flaute bei Chemikern

Die Berufsaussichten für Chemiker in der Industrie verschlechtern sich rapide, teilt die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) mit. Während 1989 noch 55 Prozent aller Absolventen dieses Studienganges einen Arbeitsplatz in den Firmen fanden, sank der Anteil über 47 Prozent 1990 auf gerade noch 33 Prozent im vergangenen Jahr. Diese Tendenz geht nur zum Teil auf die lahmende Konjunktur zurück. Sie hat ihre Ursache vor allem in den explodierenden Studentenzahlen der achtziger Jahre. Dieser Trend wird sich in naher Zukunft noch dramatisieren und schlägt mittlerweile auch auf die Zahl der Studienanfänger durch. Sie nahm von knapp 7200 im Jahr 1990 im Folgejahr um 17 Prozent ab. Für 1992 prognostiziert die GDCh einen weiteren Rückgang um 25 bis 30 Prozent auf weniger als 4500.

Legale Freiheitsberaubung

Lehrer dürfen Schüler kurzzeitig aus pädagogischen Gründen auch nach Schulschluß am Verlassen der Klasse hindern und sogar einsperren, meldet die Deutsche Lehrerzeitung. Eine derart geringfügige Beschneidung von Grundrechten ist rechtmäßig, entschied das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht, "weil generell wegen der Schulpflicht gewisse Grundrechtseinschränkungen in Kauf zu nehmen sind". Im konkreten Fall waren die Eltern eines Lübecker Schülers vor Gericht gezogen, weil ihr Sohn samt seiner Klasse nach Unterrichtsschluß vom Lehrer fünfzehn Minuten im Werkraum eingesperrt worden war, um die Folgen einer Schlacht mit Tonklumpen zu beheben.