Angesichts der ungebremsten Konzentration sieht das Kartellamt nun bessere Chancen für seine Argumentation. Seit 1983 jedenfalls, als die größten fünf Handelsunternehmen noch 34 Prozent des Branchenumsatzes auf sich vereinten, hat sich viel getan: Von den zehn größten Händlern sind inzwischen sechs durch Übernahmen verschwunden – geschluckt von den Großen. Inzwischen machen die fünf Größten zusammen schon gut 49 Prozent aller Branchenumsätze.

Daß die Metro auf die Asko ein Auge geworfen hat, kommt nicht von ungefähr. So ist der Großhandelsgigant am Lebensmittelmarkt bislang nicht sonderlich stark. Angesichts des Nachholbedarfs bei den Bürgern der neuen Bundesländer, aber auch durch den ungebremsten Zuzug von Aus- und Übersiedlern sowie Asylbewerbern ist jedoch der lange stagnierende Lebensmittelhandel wieder attraktiv geworden.

Das war bereits 1990 das Motiv für die Asko, sich das Ladennetz der zusammengebrochenen co op-Gruppe zu sichern. Daß zugleich ein schöner Verlustvortrag in Höhe von zwei Milliarden erworben wurde, machte den Deal um so attraktiver. Damit, so jubelte damals Helmut Wagner, sei die Asko zu einer "Zero-Tax-Company" geworden. Solche Steuerbefreiung könnte auch Metro-Chef Erwin Conradi gelockt haben.

Einen kräftigen Konzentrationsschub befürchtet das Kartellamt nach einer Fusion Metro/Asko auch im noch immer stark mittelständisch organisierten Heimwerkerbereich sowie am Möbelmarkt. Auch hier würden in einzelnen Regionen marktbeherrschende Positionen entstehen.

Obwohl der Fusionsfall Metro/Asko alle bisherigen Zusammenschlüsse im Handel weit in den Schatten stellen würde und obwohl sich das Kartellamt präpariert hat wie selten zuvor, bleibt den Beamten nur das Prinzip Hoffnung. Bleiben die Gerichte ihrer umfassenderen Marktabgrenzung treu, haben die Kartellwächter wieder einmal das Nachsehen. Sicher ist nur: Darf die Metro Asko übernehmen, dann steht im Handel die nächste Fusionswelle bevor. Das Nachsehen hat der Verbraucher – mit niedrigen Preisen um ihn zu kämpfen dürfte den verbleibenden Handelsgiganten kaum noch behagen. Schon jetzt zeigen die Gewinnspannen steigende Tendenz.