Querulantenprosa

"Konrad", sprach Freund Schulz/MdB zu Freund Weiß/MdB, "Konrad, es tut mir weh. Du beurteilst, was du nicht verstehst." Öffentlicher Streit im Bündnis 90: Die schreibende Zunft beim Pressefrühstück im Berliner Reichstag war begeistert, auch wenn es gewissermaßen gegen einen der Ihren ging. Konrad Weiß hat es selten versäumt, die Medien mit Meinung zu beliefern – mit seiner eigenen, die sich von jener der Bündnis-Genossen möglichst unterschied. Weiß’ jüngstes Denkstück, vom Bundesadler bekrönt, verhieß dem Bündnis 90 Untergang. Die grünen Wessis würden es verschlingen; nicht mal der Name bliebe. Folglich dürfe man "das grüne Gnadenbrot nicht fressen". Darauf Werner Schulz in Rage: Er habe die Nase voll von derlei ahnungsloser Querulantenprosa. Und zum Namen: "Lieber Grün als Weiß!"

Geschmackssache

Andere Länder, andere Speisen: Der Franzose steht auf Frösche und Pferde, in China knuspert der Gourmet Hors doeuvre aus Hundefleisch. Deng Xiaoping soll, so weiß es der australische Außenminister Gareth Evans, gar vier Welpen pro Tag verspeisen. Doch auf einem Empfang in Hongkong kolportierte Evans, Deng habe sogar einen ausgewachsenen Hund gegessen. Und noch dazu einen ganz besonderen, nämlich "Soda", den entlaufenen Terrier von Chris Patten, dem Gouverneur von Hongkong. Patten trauerte, Peking schwieg, und Evans sprach: "Soda süßsauer" sei doch nur ein Scherz, "Terrier in Tofu" sei doch nur ein Kompliment an die chinesische Cuisine gewesen. Soda ist derweil wohlbehalten wiederaufgetaucht und zu Chris Patten ins Government House heimgekehrt. Zuhause in Canberra murrte die Opposition trotzdem von "Taktlosigkeiten". Unterstützung fand sie bei bösen Gaumen in China: Evans’ Vorstellung von einem achtgängigen Menü seien zwei Hamburger und ein Six-Pack Foster-Bier.

Flüchtlingshilfe

Das Notärztekomitee Cap Anamur will den Kriegsflüchtlingen im ehemaligen Jugoslawien soweit wie möglich helfen. In Kroatien und Bosnien lassen die Ärzte mehrere hundert Waggons für notleidende Menschen aufstellen, denn auf den Flüchtlingstrecks von Jajce und Travnik drohen Tausende zu erfrieren. Cap Anamur sucht für die Aktion Techniker, die insgesamt sechs Monate in Bosnien-Herzegowina bleiben würden. Für die Betreuung von vergewaltigten Frauen braucht das Komitee die Hilfe von erfahrenen Ärztinnen, Krankenschwestern und Sozialarbeiterinnen. Auch Übersetzer werden gesucht. Interessierte können an Cap Anamur schreiben: Kupferstraße 7, 5210 Troisdorf, oder unter der Telephonnummer 02241/46020 anrufen.