Den demokratischen Schönheitswettbewerb haben die Antirassisten gegen die Bauern glatt gewonnen. Fast schon mit Wehmut dachte die Bonner Polizei dieser Tage an die 200 000, die Mitte Oktober gegen Ausländerhaß und für eine offene Gesellschaft in Deutschland im legendären Hofgarten demonstriert hatten. Samt den gleichfalls angereisten "Autonomen" waren diese Pro-Asyl-Demonstranten ungleich friedlicher und braver, sagt die Polizei, als die rund 50 000 Bauern, die am vergangenen Dienstag mit ihren Traktoren gegen Gatt, EG und Bundesregierung auffuhren.

Die Leute vom Lande hatten den offenbar unvermeidlichen Symbol-Galgen dabei, auf dem sie wieder einmal eine Puppe abfackelten. Text: "Möllemann, nun bist du dran."

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Neben dem Wirtschaftsminister sind die Bauern auch den Amerikanern böse, was sie unter anderem deutlich machten, indem sie ein amerikanisches Auto in Brand steckten. Um Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieser Ersatzhandlung zu unterbinden, schnitten sie der Feuerwehr, die den Brand löschen wollte, die Wasserschläuche durch.

Die Polizei staunte ein bißchen: Einiges, was sie in dieser Demo beobachtet hatten, sei "höchst kriminell" gewesen. Die Organisatoren hätten die Veranstaltung nicht unter Kontrolle gehabt.

Das war richtig beobachtet. Der Hauptredner der Kundgebung, Bauernchef Freiherr von Heereman, sprach unter Schirmen: zum Schutz gegen Flugeier.

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