DIE ZEIT

Natürlich

Der Mensch denkt, doch die Donau lenkt. Fünfzehn Jahre planten und werkelten Ingenieure am Staudamm und Kraftwerk Gabčíkovo herum.

Kampftruppen nach Somalia – auch nach Bosnien?: Darben und Sterben

Die Vereinigten Staaten greifen in dem afrikanischen Hungerland Somalia ein. In die Erleichterung, daß endlich dem Darben und Sterben am Horn von Afrika ein Ende bereitet wird, mengt sich die Sorge, daß das Unternehmen "Neue Hoffnung" scheitern könnte wie einst die amerikanische Intervention im Libanon.

Sonderling

In der Schweiz ist es nicht so rasch fünf vor zwölf; abwarten und Milch trinken, lautet hier die Devise. So mochten denn die Eidgenossen, besonders jene in der Deutschschweiz, nicht einsehen, weshalb ihre Regierung, ihre Wirtschaftskapitäne und ihre Gewerkschafter sie jäh in Europas Arme locken wollten.

Zeitspiegel

Neun Jahre lang hat Michael Shea die britische Queen und ihre Sippe gegen die geifernde Fleet-Street-Journaille abgeschirmt.

Worte der Woche

"Nur die Vereinigten Staaten haben die globale Reichweite, eine große Sicherheitstruppe schnell und wirkungsvoll in ein Land zu schicken, das weit entfernt ist, um so Tausende Unschuldiger vor dem Tod zu bewahren.

Wolfgang Ebert: Lebensversicherung

"Weil Sie dann einen besseren Schadensrabatt haben. Für Ausländer gelten jetzt höhere Prämiensätze, gestaffelt nach Geschäftsleuten, Touristen und Asylsuchenden; letztere genießen zur Zeit keinen Risikoschutz.

Bonner Bühne: Böse Bauern

Den demokratischen Schönheitswettbewerb haben die Antirassisten gegen die Bauern glatt gewonnen. Fast schon mit Wehmut dachte die Bonner Polizei dieser Tage an die 200 000, die Mitte Oktober gegen Ausländerhaß und für eine offene Gesellschaft in Deutschland im legendären Hofgarten demonstriert hatten.

Verbrechen ohne Richter

Die Massenvergewaltigungen von Frauen im bosnischen Bürgerkrieg haben in Deutschland Trauer und Empörung ausgelöst. Seitdem wird der Ruf nach größerem völkerrechtlichen Schutz von Frauen, nach einer Ergänzung der Genfer Abkommen immer lauter.

Die Zukunft Bosniens scheitert an Belgrad und Zagreb: Die Einheit retten

Der Krieg in Bosnien droht mit dem totalen Untergang der dortigen Bevölkerung zu enden. Die innere Balance zwischen den Mächten, die Verteilung von Territorien und Volksgruppen ist so, daß keine Partei erwarten kann, zu gewinnen und eine dauerhafte, stabile Kontrolle über das von ihr eroberte Land durchzusetzen.

Mölln, Deutschland

Der Name einer Kleinstadt steht weltweit für Fremdenhaß und nationalen Wahn. Aus der Nähe betrachtet, weicht das Klischee einer komplizierten Wirklichkeit. Nur eines steht fest: Die Gewalt ist da

"Ein Drittel reich, zwei Drittel arm"

Dort, wo die Mauer früher Neukölln und Treptow trennte, ist es auch heute noch schwierig zusammenzukommen. Landwehr- und Schiffahrtskanal bilden eine natürliche Grenze, die sich ohne große Umwege nur über zwei Fußgängerbrücken überqueren läßt.

Bonner Kulisse

Die Gespräche über den Solidarpakt ziehen sich in die Länge, der Ausgang ist offen – aber einen Beitrag zum schnelleren Aufbau in Ostdeutschland glaubt Bundeskanzler Helmut Kohl schon erreicht zu haben: Bis zu 300 Unternehmen werden öffentlich verkünden, daß sie vermehrt in den neuen Bundesländern investieren wollen.

Bauern-Protest: Einfalt

Zuweilen sucht die Wahrheit verschlungene Wege, um auf sich aufmerksam zu machen: Gut 50 000 Bauern demonstrierten in Bonn für ihr Recht, durch subventionierte Rapsexporte amerikanische Sojafarmer zu schädigen.

Amerikanische Wirtschaft: Glücksfall

Bill im Glück: Mit dem zukünftigen amerikanischen Präsidenten Clinton meint die Konjunktur es offenbar gut. Während des Wahlkampfs jagte eine schlechte Nachricht die nächste, die ganz auf die Wirtschaftsmisere setzende Strategie des Demokraten ging auf.

Ostdeutschland: Vielfalt

Die Subventionserfinder in den deutschen Regierungsämtern haben sich wahrlich einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde verdient.

Nüchtern und pragmatisch

Global denken, lokal handeln! Ausgerechnet dieses Motto ihrer Kritiker hatte sich die Atombranche zu eigen gemacht. Wer gegen den weltweiten Treibhauseffekt sei, verkündeten die Stromversorger in Anzeigenkampagnen, "muß lokal für Kernkraft sein".

Standort Deutschland nach der Vereinigung: Die positiven Faktoren überwiegen: Besser als der Ruf

Die negativen Schlagzeilen über den Zustand der deutschen Wirtschaft haben sich verdichtet. In den alten Bundesländern ist die Zahl der Arbeitslosen seit Jahresanfang – saisonbereinigt – Monat für Monat gestiegen, die Industrieproduktion geht seit über einem halben Jahr zurück, und die Auftragseingänge, das Barometer für die zukünftige Wirtschaftsaktivität, zeigen steil nach unten.

Neue verkaufen sich gut

Die alte Weisheit von Autoverkäufern bestätigte sich im Oktober: Neue Modelle gehen auch dann gut, wenn die Stimmung am Markt insgesamt gedrückt ist.

Markt-Report: Bankaktien

Die Hoffnungen auf einen Kurswechsel zum Jahresschluß scheinen sich am deutschen Aktienmarkt nicht zu erfüllen. Es fehlen bisher die mutigen Anleger, die "bereit sind, mit ihrem Geld einen spürbaren Kursaufschwung zu finanzieren.

Manager und Märkte

Mobilfunk: Sternstunde für Kunden Telekom: Tausend Seiten vom Regulierer Kartellamt: Chef unter Druck

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