Lohnabhängiger Supermann

Was haben ein Maurer und ein Kaufmann gemeinsam? Zum einen gehören sie zu den begehrtesten Ausbildungsberufen, der Maurer im Osten und der Kaufmann im Westen. Zum anderen müssen beide, und jetzt kommt’s, belastbar und verantwortungsbewußt sein sowie im Team arbeiten können. Arbeitgeber fordern heutzutage von Arbeitnehmern aller Berufsgruppen, Problemsituationen selbständig und kreativ bewältigen zu können. Daß diese "außerfachlichen Schlüsselqualifikationen", wie es im Bildungsjargon heißt, zunehmend wichtiger werden, das predigen im gleichen Tonfall alle Experten für Berufsbildung. Auch die rund 3000 Vertreter aus der Berufsbildungspraxis sowie Bildungsforscher und Politiker, die im Berliner Congress Centrum letzte Woche zwei Tage lang über Berufsbildung diskutierten, malten die famosen Eigenschaften als zukunftsweisende Befähigung farbig aus. Innerlich aufgerüstet könne der moderne Arbeitnehmer auf den rasanten Fortschritt im EDV-Sektor und die Globalisierung der Märkte reagieren. Vorbereitet und selbstbewußt trete das Wundertier auch dem EG-Binnenraum entgegen. In konjunkturschwachen Zeiten, wenn Unternehmen ihre Ausbildungs- und Beschäftigungskapazitäten einschränken, sollen die großartigen Fähigkeiten soziale Probleme lösen helfen. Nach der unfreiwilligen "Freistellung" könne der lohnabhängige Supermann individuelle Beweglichkeit beweisen und sich mit Kraft und Bereitschaft auf neue, unbestimmte Situationen einlassen.

Studienführer für Behinderte

Einem viel vernachlässigten Bereich der Studienberatung hat man sich jetzt an der Universität Frankfurt zugewandt: Zum Wintersemester wird hier ein "Studienführer für behinderte Studenten" angeboten. In erster Linie wendet sich die 120 Seiten umfassende Broschüre an Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer. Ihnen wird ein Wegweiser an die Hand gegeben über die Zugangsmöglichkeiten zu den universitären Einrichtungen. Aber auch als Entscheidungshilfe bei der Wahl des Studienorts Frankfurt sowie als Einstiegshilfe beim Studienbeginn ist der Studienführer gedacht. Den Hauptteil bildet die Beschreibung der mehr als hundert Universitätsinstitute. Zu jeder Adresse gehört dabei eine Kurzinformation über die Zugangs- und Parkmöglichkeiten, Aufzüge und Behindertentoiletten. In mehreren Kapiteln werden Informationen über Wohnmöglichkeiten, Studienfinanzierung, ambulante Dienste und Fragen der Mobilität gegeben. Adressen und Beschreibungen von Ämtern und anderen öffentlichen Einrichtungen ergänzen den universitären Teil.

Profs mögen’s poppig

Professoren, zumindest an der Universität Kopenhagen, urteilen in Geschmacksfragen avantgardistischer als ihre Studenten, meldet die Deutsche Universitätszeitung. Diesen Schluß zieht die Zeitung der Hochschule aus einer Umfrage über die Gestaltung ihrer Seiten. Während die Studenten sie meist für "ansprechend und professionell" hielten, stuften ihre Lehrer sie als allzu traditionell ein und schalten sie "furchtbar lahm, abschreckend, ideenlos".