Getestet

Der Mord an der Zarenfamilie am 17. Juli 1918 durch Bolschewikij in Jekaterinburg wird heute kaum noch bestritten. Dennoch geht die fieberhafte Suche nach Beweisen für die Untat weiter. Russische und britische Gerichtsmediziner verfolgen eine heiße Spur. In Jekaterinburg wurden Skelette gefunden, die man der Zarenfamilie zuschreibt. Aus den Knochen ermittelten die Wissenschaftler die Zusammensetzung des Erbinformationsträgers DNS. Die Proben wurden mit der DNS des britischen Königin-Gemahls Prinz Philip verglichen. Der Prinz ist Großneffe der letzten Zarin Alexandra. Die Forscher hatten Erfolg: Die Proben stimmten überein. Um jeden Zufall auszuschließen, fahnden die Mediziner jetzt nach weiteren lebenden Verwandten der Zarenfamilie – zum DNS-Test.

Ausverkauf

So ziemlich jeder Politiker hinterläßt etwas, das gegen ihn verwendet werden kann: Staatsschulden. Um dem vorzubeugen, will Italiens Ministerpräsident Giuliano Amato stolze 93 Billionen Lire im Etat einsparen. Doch wie? Spaghettisteuern? Grappagebühren? Nein, Privatisierung heißt sein Rezept. Weil es beim Verkauf der Tabakindustrie in dem qualmfreudigen Land ziemlichen Ärger gab, bietet Amato zum Fest der Liebe nun anderes feil: Klöster (ohne Nonnen), Kasernen (ohne Soldaten) und Leuchttürme (mit Strand) – ideale Präsente für den, der schon alles hat. Und für den ausgefallenen Geschmack zwei Sahnestücke: das Piacenza-Gefängnis, in idyllischer Lage südlich von Mailand, sowie in Salo das Hauptquartier der italienischen Faschisten während des Zweiten Weltkriegs (besonders interessant für Opernliebhaber, da nur einen Privathubschraubersprung von Verona entfernt). Hohe Preise auf Anfrage.

Gespendet

Auschwitz verfällt. Insgesamt 7,5 Millionen Mark hat die Bundesregierung für die dringendsten Renovierungsarbeiten im ehemaligen Konzentrationslager zugesagt – doch das ist nur ein Bruchteil der nötigen Ausgaben. Die Mitarbeiter der ZEIT (Redaktion und Verlag) haben sich mit 14 606 Mark an der NDR-Aktion zur Erhaltung der Gedenkstätte beteiligt. Der Eigentümer des ZEIT-Verlags Gerd Bucerius erklärte sich bereit, das Ergebnis der Sammlung zu verdoppeln. Wer selbst spenden möchte: NDR – w. Auschwitz verfällt. Ktnr. 63 306 33, BLZ 200 400 00.

Ausgezeichnet

Der Brüsseler Korrespondent der ZEIT, Dr. Klaus-Peter Schmid, hat den Preis Kurt Grünebaum erhalten. Er wird von der im deutschsprachigen Gebiet Belgiens erscheinenden Tageszeitung Grenz-Echo und von der Exekutive der Deutschsprachigen Gemeinschaft verliehen. Kurt Grünebaum hatte 1933 in Brüssel vor den Nazis Zuflucht gesucht und war vor und nach dem Krieg lange Jahre Brüsseler Korrespondent des Grenz-Echo und der Neuen Zürcher Zeitung.