KULENKAMPFF: Das hat Goethe im „Egmont“ klar ausgedrückt. Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch, und uns bleibt nichts, als mutig gefaßt die Zügel festzuhalten und bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken.

Ziemlich fatalistisch.

KULENKAMPFF: Das finde ich nicht. Ein Fatalist ist ein Mensch, der sagt, mir ist scheißegal, was passiert. Sie können sicher sein, daß ich, wenn ich mir ein Bein breche, das schienen lasse, obwohl ich sagen könnte, ist doch Wurscht, in ein paar Jahren bin ich sowieso tot.

Das ist der Selbsterhaltungstrieb.

KULENKAMPFF: Ja, den habe ich. Aber Sie können sich ja, wenn Sie wollen, in den Garten setzen und warten, bis ein Fuchs kommt und Sie frißt. Die Geier tragen dann Ihre Knochen davon. Wenn Ihnen alles egal ist, dann frage ich, warum leben Sie?

Weil ich geboren bin.

KULENKAMPFF: Warum bringen Sie sich nicht um?