Daß der Sicherheitsrat die Taiwan-Entscheidung nur vertagt und nicht negativ entschieden hat, ist für MdB Gansel ein sicheres Zeichen dafür, daß der Kanzler das Geschäft weiter betreiben will. Offen ist noch, wie der Außenminister umschifft werden kann, ohne ihn zu desavouieren. Gansel befürchtet: "Die heiligen Schwüre nach dem Golfkrieg, man werde die illegalen Waffenexporte härter bestrafen und die legalen stärker reduzieren, werden gebrochen. Die Regierung fällt in die alte ruchlose Waffenexportpolitik zurück."

Dafür gibt es auch Anzeichen in einem anderen Fall. Für die umstrittene und nicht genehmigte Ausfuhr von 18 000 Splittergranaten in die Türkei wurde bereits ein passender Umweg gefunden. Die ins Gerede geratene Firma Eurometall in Liebenau darf die Granaten für die niederländische Muttergesellschaft produzieren und sie mit einer Klausel zum Endverbleib nach Holland exportieren. Und dann könnte alles so lauten: Von dort gehen die Granaten direkt in die Türkei. Die Niederländer werden sich dann für den Verstoß gegen die Endverbleibsklausel in Bonn förmlich entschuldigen. Damit scheint allen gedient. Die deutsche Tochter bleibt straffrei, die Mutter bekommt ihren Profit, die Türkei die Granaten, und Bonn ist aus dem Schneider. Mit der Auslieferung soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Für die Eile gibt es Gründe: Die Munition soll im Krieg auf dem Balkan zünden.