Immer wenn das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung mit klotzigen Anzeigen für Europa wirbt, daß Grenzen und Preise fallen, daß Frieden und Freiheit durch Gipfelsignale und Maastrichter Meilensteile gestärkt würden, schütteln Direktionsassistent Dr. Günter P. und seine Kollegen bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) ihre kreativen Köpfe.

„Die Bürger könnes es nicht mehr hören“, sagt Dr. P. „Die europäischen Meilensteine liegen ihnen schwer im Magen. Und Gipfelsignale klingen immer wie SOS für die europäische Bergwacht.“

„Noch schlimmer“, sagt Kollege G., „auch gutgläubige Europäer verlieren ihren Glauben an Europa, wenn sie hören, daß man nur jeden Morgen vorm Zähneputzen dreimal Subsidiarität sagen muß, und Europa ist wieder auf gutem Kurs.“

„Am schlimmsten“, sagt Kollegin S., „ist der Preisaufschlag für Bananen. Ignäz Kiechle auf seinen letzten Metern als Minister noch eingeknickt! Das Kilo Bananen fünf oder sechs Mark, weil wir die schönen großen Dollarbananen aus Südamerika nicht mehr zollfrei bekommen.“

„Das greift ans Symbol der Einheit“, sagt G. „Mit 25 Kilo Bananen pro Kopf und Jahr sind die neuen Bundesländer einsame Spitze im Bananenkonsum. Der Aufschwung funktioniert nicht. Soll es den Brüdern und Schwestern nun auch noch an die Bananen gehen?“

„Europa macht keine Freude mehr. Alles Bürokratie. Alles Bananenkrampf!“

„Europa war mal ein Abenteuer!“