Von Bettina Schneller

DARMSTADT. – Michael Peterson, amerikanischer Schriftsteller, will Deutschland verlassen, das Land, in dem er dreizehn Jahre gelebt hat. Der Grund: Ausländerhaß im allgemeinen, im besonderen jedoch persönliche Erlebnisse, „unbedeutend, aber doch unheilverkündend“. Sie beschrieb Peterson vergangene Woche in einem Kommentar mit der Überschrift „Deutschland: Die Nachfahren sind schlicht gefährlich“, auf der Op-ed-Seite der International Herald Tribune:

Der Sohn, siebzehn Jahre alt, hat auf der Autobahn einen Unfall – geplatzten Reifen, Gehirnerschütterung. Er steigt aus und will zu Fuß nach Hause. Die Polizei kommt, unterstellt Fahrerflucht und führt ihn in Handschellen auf die nächste Wache ab.

Derselbe Sohn muß sein Pfadfinderprojekt „Hilfe für Rumänien“ in „Humanitäre Hilfe“ umtaufen, „um die Gefühle der Deutschen nicht zu verletzen“, mutmaßt Vater Peterson, „die derzeit Rumänen deportieren“.

Michael Peterson selber wird an einer Autobahnraststätte „wegen unerlaubter Nutzung eines Mülleimers‘ von der Polizei aufgegriffen... Zivilpolizisten stürzten sich auf mich, zeigten ihre Marken, fragten nach sämtlichen Papieren...“

Peterson, der persönlich zwar keine Angst hat, weil er ein Jahr bei den Marines in Vietnam gekämpft hat, und dessen Söhne groß und blond – „klassische Arier“ – sind, macht sich doch große Sorgen über die Deutschen. Er kommentiert, was wir hier nur auszugsweise wiedergeben dürfen, da er den vollständigen Abdruck seines Artikels in der deutschen Presse verbietet:

„Zweitausend Gewalttaten gegen Ausländer sind in den letzten Monaten verübt worden, und mindestens siebzehn Ausländer wurden umgebracht. Doch besondere Polizei-Einheiten sind, getarnt als Zivilisten, an Autobahnraststätten damit beschäftigt sicherzustellen, daß der richtige Müll in der richtigen Mülltonne landet. Und ein amerikanischer Jugendlicher mit einer Gehirnerschütterung wird verhaftet, weil er sein Auto stehenließ, nachdem ein Reifen platzte.