Designer-Dschungel

Der afrikanische Regenwald erblüht – nicht im Kongo, sondern am Kap: Auf den Ruinen einer alten Zivilisation, die vor Jahrtausenden einem Erdbeben zum Opfer fiel, wächst ein Urwald der Superlative: Pflanzen aus 3200 teils seltenen Arten umwuchern Teiche, Wasserfälle und die Ruinen der versunkenen Stadt. Fiktion? Architektur! Der südafrikanische Großindustrielle Sol Kerzer ließ mit seiner Dschungelstadt einen der größten Luxushotel-Komplexe der Welt ins Buschland bauen. Fünf Millionen Liter Wasser rieseln täglich auf die Vegetation des gepflanzten, computerüberwachten Paradieses herab, das von achtzig Gärtnern gehegt wird. „Er wollte nur einen Dschungel“, sagt Patrick Watson, Landschaftsarchitekt des Projektes, „aber da er so viel Geld ausgibt, entschlossen wir uns, eine wertvolle botanische Kollektion zu schaffen“ (New Scientist, Vol. 136, S. 7).

Nußknacker

Wer kleine Holzboote als Nußschalen bezeichnet, trifft ins Schwarze. Denn der Schutzpanzer von Mandeln, Wal- und Kokosnüssen, dem wir mit Zangen und Zwingen zu Leibe rücken, besteht aus ähnlichen Substanzen wie hartes Holz, nämlich vorwiegend aus Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Diese Nuß war nur unter Einsatz moderner Analytik zu knacken: Zwei US-amerikanische Wissenschaftler untersuchten Nußschalenbrei mit Hilfe einer speziellen Technik der magnetischen Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR), mit der sich auch unlösliche Stoffe analysieren lassen. Nun hoffen die Forscher, die Schalen chemisch besser aufbrechen und weiterverwerten zu können, beispielsweise in Spanplatten oder als neue Quelle für Schneckengifte und Antibiotika.