Es wäre ja so angenehm, wenn es Saddam Hussein nicht mehr gäbe. Es wäre angenehm, aber dem ist nicht so. Der alliierte Sieg im Golfkrieg blieb unvollkommen. Der Verlierer lebt und hört nicht auf, die Sieger zu piesacken.

Also müssen die sich überlegen, wie sie auf die irakischen Nadelstiche reagieren wollen. Sollen sie nachholen, was sie seinerzeit versäumt haben? Oder sollen sie mal um mal weiter drohen – und eine „Stunde X“ um die andere tatenlos verstreichen lassen?

Klar ist: Saddam wird keine Ruhe geben. Fest steht aber auch: Außer für sein eigenes Volk stellt sein grausames Regime keine Gefahr mehr dar. Und schließlich: Ein endgültiger Triumph über den Tyrannen ist billig nicht zu haben.

So bleibt als Ausweg einzig: Weiterhin wachsam bleiben, den Irak nicht angesichts anderer Brandherde vergessen, das Embargo aufrechterhalten und Saddam notfalls mit schmerzhaften Schlägen in die Schranken weisen, wann immer er die Sieger herausfordert. Eine Reaktion, die Genugtuung bereitet, wird das nicht sein. Allenfalls kann sie neuen Schaden verhindern helfen. Der Golf-Sieg schmeckt weiterhin bitter. F. G.