DIE ZEIT

Im Spiegel

Neugierig war unsereins schon. Denn die liberale Medienöffentlichkeit ist nicht so selbstbewußt und befindet sich nicht allseits in bester Verfassung.

Wie Oskar

Schon oft hat sich Oskar Lafontaine aus eigener Schuld an den Rand des Abgrunds gebracht. Ist er jetzt, nach dem jüngsten "Enthüllungs"-Artikel, einen großen Schritt vorangekommen? Schon so oft hat der saarländische Ministerpräsident das politische Schicksal frech herausgefordert, daß mancher schier alles für möglich hält (siehe Seite 4).

Gemeinsam

In einer Art erzwungener Liebesheirat haben die Grünen und das Bündnis 90 zueinandergefunden. Einerseits treibt sie die Angst zusammen, bei der Bundestagswahl 1994 an der Fünfprozenthürde zu scheitern, wenn sie weiter getrennt marschieren.

Zeitspiegel

Wenn "Namen nur Schall und Rauch" wären – wie Faust dem Gretchen weismacht dann hätte es die neue Tschechische Republik leichter, ihr Land, das aus Böhmen (Cechy) und Mähren (Morava) besteht, in anderen Sprachen zu benennen.

Worte der Woche

"Wir können nicht von Demokratie und Rechtsstaat sprechen, solange die kommunistischen Rechtsverletzer von einst im Parlament herumlärmen, in der Regierung sitzen und die Schlüsselpositionen im Justizministerium innehaben.

Kampf gegen die Mafia: Gefangene Bestie

Italien atmet auf – und hält schon wieder den Atem an angesichts des Ungeheuerlichen: Der oberste Boß der Mafia, jahrzehntelang gejagt, ist plötzlich wie ein harmloser Fisch ins Netz gegangen.

Wolfgang Ebert: Unschuld im Lande

Braut sich über dem Haupt eines unserer Spitzenpolitiker Unheil zusammen, dann macht er sich auf zum Krämerladen "Weiße Weste" direkt hinter dem Bundeshaus.

Bonner Bühne: Nicht im Bild

Ein einziger Kameramann schleppte sein Gerät durch den Saal der Bundespressekonferenz am Tulpenfeld. Ein bißchen vereinsamt saßen zwei Dutzend Journalistinnen und Journalisten herum, ganz so, als solle die These illustriert werden, die vorne am Mikrophon erläutert wurde: daß nämlich Armut "trotz wachsender Wohnungsnot und anderer sozialer Probleme nach wie vor kaum ein Thema für Gesellschaft und Politik ist".

Stadt ohne Plan

Leipzig 11 km. Nach dem Weiler Dölzig, der sich schamhaft hinter dem himmelfüllenden "Hier entsteht der Gewerbepark"-Schild versteckt, kann die B 181 wenigstens für ein paar hundert Meter noch einmal sein, was sie bis vor kurzem auf ganzer Länge gewesen ist: eine idyllische Landstraße, die auf eine große Stadt zuführt.

KLAUS HARTUNG: Durch den Tunnel

BERLIN. – In einer Klausurtagung hat die Berliner SPD beschlossen, daß der Tiergartentunnel von Berlin vorfinanziert werden soll.

Wie ein Kulturbeamter als rechtsradikal denunziert wurde: Absolut lächerlich

WÜRZBURG. – Es war so schön geplant gewesen: Josef Voll, seit 1965 Kulturreferent in der unterfränkischen Bischofsstadt, sollte zum Jahreswechsel in den Ruhestand gehen, und der Leiter des städtischen Kulturamtes, Gabriel Engert, sollte ihn auf dem Chefsessel beerben – ein Wechsel, der Kontinuität versprochen hätte.

Wenn ein Stadtdirektor versucht, Gutes zu tun: Schuldig

LENNESTADT. – Der Delinquent zeigt sich äußerst uneinsichtig. Da hat er es nun schwarz auf weiß, daß er "sich eines Dienstvergehens schuldig gemacht" und "schuldhaft die ihm obliegenden Pflichten verletzt" habe – doch er sagt, er würde immer wieder genauso handeln.

Der Gastgeber von Heiner Müller

Der Fall Heiner Müller zeigt politische Folgen – für einen Dritten: Dieter Klein, kulturpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, gestand jetzt ein, er habe während der achtziger Jahre "einige Male" in seiner eigenen Wohnung am Berliner Pistoriusplatz an Gesprächen zwischen Müller und dessen Stasi-Offizier Girod teilgenommen.

Zensur im Golfkrieg: Mutter der Lüge

Qualitätsarbeit kostet Geld: Fast 10,8 Millionen Dollar bezahlte ein "Komitee für ein freies Kuwait" an die Washingtoner Public-Relations-Firma Hill & Knowlton.

BUCH IM GESPRÄCH: Das Dritte Rom

Als am 18. August 1991 in Moskau der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, eilten zwei der höchsten kirchlichen Würdenträger sofort zum vertraulichen Gespräch mit den Putschistenführern.

Bananen: Ärgerlich

Zunächst schien es wie ein Stück fürs Kabarett, dann wurde daraus bitterer Ernst. Die Deutsche Presse Agentur vermeldete am Montag: "Bananenkrieg: Costa Rica interveniert in Deutschland.

Azubis: Ehrlich

Seit Kurt Biedenkopf Sachsenkönig ist, kommen aus Dresden immer wieder erfrischende Initiativen. Warum, so fragte er jetzt, streichen wir nicht das Wort "Auszubildender" aus Gesetzen und Verordnungen und ersetzen es durch das "alte, gute Wort ‚Lehrling‘"? Schließlich hat der Volksmund aus dem Wortungetüm ohnehin längst den "Azubi" gemacht.

Autopauschale: Unerträglich

Wenn schon, dann auch gerecht: Es gibt keinen Grund, so wie bisher nur den Arbeitnehmer durch eine steuermindernde Kilometerpauschale zu subventionieren, der mit dem Auto oder Motorrad zum Job fährt.

Bonner Kulisse

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Wirtschaftsministers Günter Rexrodt wird es sein, den Jahreswirtschaftsbericht 1993 vorzustellen.

Ein Neuer für Nürnberg

Er gilt als politischer Kärrner mit Ecken und Kanten: Bernhard Jagoda, Bundestagsabgeordneter aus Schwalmstadt in Hessen. Am 1.

Markt-Report: Schering unter Druck

In dieser Woche hat – etwas verspätet – nun doch noch eine Jahresanfang-Rallye begonnen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist kräftig gestiegen, teilweise bei beträchtlichen Umsätzen.

Manager und Märkte

Opel: Überraschende Entwarnung Escada: Geklärte Machtverhältnisse Treuhand: Einmaliger Vorgang

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