Nun ist in dieser Woche auch der letzte der Freunde vom 20. Juli von uns gegangen. Axel von dem Bussche, von jeher ein ritterlich denkender Mensch, dem Ehre und Vaterland mehr bedeutete als das eigene Leben, hat diese schnöde Welt verlassen. Übrigens liebte er die großen Worte nicht und sprach darum nie von Ehre, sondern immer nur von Selbstachtung.

Axel Bussche war zusammen mit Richard von Weizsäcker als junger Offizier in Potsdam beim Infanterieregiment 9 – dem Stolz Preußens: Das IR9 hat achtzehn Offiziere im Widerstand gegen den Nationalsozialismus verloren. Als Axel im Herbst 1942 bei Dudno in der Ukraine Zeuge von systematischen Judenerschießungen wurde, ergriff den 24jährigen tiefe Scham und abgründiger Zorn. Darum war er im Jahr darauf sofort bereit, als Fritz-Dietlof Schulenburg ihn zu Stauffenberg brachte, auf den Attentatsplan einzugehen, mit dem dieser, damals Stabschef bei General Olbricht, ihn konfrontierte.